Schöne Männchen brüten nur, wenn sie keiner sieht

11. April 2015, 10:30
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Der Schutz des Geleges verlangt vom Rotkopfregenpfeifer eine besondere Form von Arbeitsteilung

Graz - Dass man männliche Rotkopfregenpfeifer selten Eier ausbrüten sieht, liegt daran, dass sie sich nur nachts aufs Nest setzen, wenn sie keiner sieht. Und das hat einen ganz pragmatischen Grund, wie die Universität Graz berichtet: Mit ihrem bunten Gefieder fallen die männlichen Regenpfeifer deutlich mehr auf als die vergleichsweise unscheinbaren Weibchen - das würde unerwünschte Aufmerksamkeit aufs Nest ziehen.

"Gelege, die tagsüber von dezent gefärbten Weibchen bewacht wurden, überlebten die Brutzeit eindeutig besser als solche, denen am Tage bunte Männchenmodelle zur Seite gestellt wurden", sagt Clemens Küpper vom Institut für Zoologie der Uni Graz, der Beobachtungen durch Experimente mit naturgetreuen Nachbildungen von Vogelmännchen und -weibchen untermauerte. "Unter Tag haben es vor allem Raben, die sich stark visuell orientieren, auf die Eier abgesehen. In der Nacht sind vor allem Füchse, die sich auf ihren Geruchssinn verlassen, auf der Suche nach den Eiern. Da spielt es keine Rolle, wer brütet", erläuterte der Zoologe in Graz.

Die Ergebnisse seiner jüngsten Beobachtungen und Experimente in freier Wildbahn, die er im Kooperation mit einem australischen Forschungsteam um Mike Weston von der australischen Deakin University gewonnen hat, wurden in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins "Proceedings of the Royal Society B" veröffentlicht. Gemeinsam mit seinem Team will er nun die Vorteile des bunten Gefieders beim Regenpfeifer erforschen. (APA/red, derStandard.at, 11.4. 2015)

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