Satellitenbilder zeigen, wie China in umstrittener Region Land gewinnt

10. April 2015, 16:40
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Obama: China nutzt "Größe und Macht, um Länder in untergeordnete Positionen zu drängen"

Das US-Politikinstitut Center for Strategic and International Studies (CSIS) hat Satellitenbilder veröffentlicht, die zeigen, wie chinesische Schiffe am Mischief Reef im Südchinesischen Meer Sand, in China als "Meiji Jiao" bekannt, aufschütten. Die Großbaustelle liegt in der Nähe der zwischen den Anrainerstaaten umstrittenen
Spratly-Inseln.

Hua Chunying, Sprecherin des chinesischen Außenministeriums, sagte der Nachrichtenagentur Reuters, man errichte dort Schutzbauten gegen Tropenstürme, Navigationshilfen und Stützpunkte für Such- und Rettungsaktionen, von denen auch die Nachbarstaaten profitieren würden.

Allerdings werde auch das chinesische Militär die Inseln und Riffe nutzen, erklärte die Sprecherin, ohne Details zu nennen. Neben China betreiben auch andere südostasiatische Staaten wie Malaysia und Vietnam Landgewinnung, allerdings in viel geringerem Maßstab.

Obama mahnt

US-Präsident Barack Obama warnte am Donnerstag China vor aggressivem Verhalten im Streit um Gebiete im Südchinesischen Meer. Die Volksrepublik halte sich bei ihren Territorialstreitigkeiten nicht immer an "internationale Normen und Regeln", sagte Obama in Jamaika.

China nutze seine "schiere Größe und Macht, um Länder in untergeordnete Positionen zu drängen". "Nur weil die Philippinen oder Vietnam nicht so groß sind wie China, heißt das nicht, dass sie einfach beiseitegestoßen werden können", fügte Obama hinzu. US-Außenamtssprecher Jeff Rathke sagte, mit dieser "Landgewinnung" schüre China in der Region noch größere Angst.

Territorialkonflikte

In der Region brodeln seit Jahren mehrere territoriale Konflikte. So beansprucht China fast das gesamte Südchinesische Meer für sich, einschließlich Regionen vor den Küsten von Vietnam, Malaysia und den Philippinen. Es beruft sich dabei auf "historische Rechte", die es zunehmend aggressiv durchsetzen will.

Mit Vietnam streitet sich China seit Jahrzehnten um Inseln im Südchinesischen Meer. Der Konflikt spitzte sich Anfang Mai zu, als China eine Tiefseebohrinsel vor die Paracel-Inselgruppe verlegte. Mit Japan liegt China wiederum seit Jahren im Streit um eine unbewohnte Inselgruppe im Ostchinesischen Meer. Um Stärke zu zeigen, schickt China immer wieder Schiffe in das Gebiet. (red, APA, 10.4.2015)

  • Das Mischief Reef ist nicht nach dem englischen Wort für "Verderben" benannt, sondern angeblich nach dem deutschen Seemann Heribert Mischief, der die Region 1791 mit dem Entdecker Henry Spratly erforscht haben soll.
    foto: reuters/csis's asia maritime transparency initiative/digital globe

    Das Mischief Reef ist nicht nach dem englischen Wort für "Verderben" benannt, sondern angeblich nach dem deutschen Seemann Heribert Mischief, der die Region 1791 mit dem Entdecker Henry Spratly erforscht haben soll.

  • Das Bild zeigt, wie Fracht abgeladen wird.
    foto: reuters/csis's asia maritime transparency initiative/digital globe

    Das Bild zeigt, wie Fracht abgeladen wird.

  • Die Satellitenbilder wurden am 16. März aufgenommen.
    foto: reuters/csis's asia maritime transparency initiative/digital globe

    Die Satellitenbilder wurden am 16. März aufgenommen.

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