Zehneinhalb Jahre Haft für neun Banküberfälle in Wien

10. April 2015, 14:31
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Dreimal trat 29-jähriger Moldauer direkt in Erscheinung, sechs Mal war er "Organisator"

Wien - Weil er in Wien neun Banken überfallen hatte - drei Mal trat er direkt als Räuber in Erscheinung, sechs Mal fungierte er als "Mann im Hintergrund", der für die unmittelbaren Täter die Filialen ausspähte, Fluchtwege auskundschaftete und den Tatablauf plante -, ist am Freitag ein 29-jähriger Mann im Wiener Landesgericht zu zehneinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das Urteil ist rechtskräftig.

Der Mann - ein gebürtiger Moldauer, der 2003 erstmals nach Österreich gekommen war - war Teil einer Bande, der zumindest vier weitere Landsmänner sowie seine langjährige Freundin angehörten. Die inkriminierten Banküberfälle ereigneten sich zwischen Jänner 2008 und März 2010, wobei stets nach demselben Muster vorgegangen wurde: Mehrere maskierte und mit täuschend echt aussehenden Spielzeugpistolen bewaffnete Täter stürmten in die Zweigstellen, sprangen teilweise über die Kassenpulte, schüchterten Angestellte und Kunden ein und erzwangen die Herausgabe von Bargeld.

Tiefkühlbeutel für die Beute

Zimperlich gingen sie dabei nicht vor. Personen, die ihnen im Weg standen, wurden zu Boden gestoßen, bei einem Überfall wurde eine Scheibe im Schalterbereich mit einem Hammer zerschlagen. Bei mehreren Coups hatten die Räuber sogar Brecheisen zum Aufbrechen von Tresoren. Um die Beute zu verstauen, nahmen die Täter möglichst große Tiefkühlbeutel mit. Beim Überfall auf eine Filiale der BAWAG-P.S.K. Ende November 2008 gelangten echte Schusswaffen zum Einsatz - die Kriminellen gaben damals sogar mehrere Warnschüsse ab.

Die Bande verübte im August 2009 auch einen Überfall auf einen Juwelier und mehrere Einbrüche. Insgesamt hatten der Angeklagte und seine in separaten Verfahren bereits zu langjährigen Haftstrafen abgeurteilten Mittäter aus den Raubzügen 300.000 Euro erbeutet. Aus den Einbrüchen, die von der Bande gleichsam nebenbei begangen wurden, erzielten sie weitere 50.000 Euro.

Der Angeklagte, der Anfang Oktober 2014 festgenommen werden konnte, legte vor dem Schöffensenat ein umfassendes Geständnis ab. "Ich habe alles geplant. Ich habe das alles ausgerechnet. Das ist wie beim Sport. Man geht rein, nimmt das Geld, geht raus", stellte er fest. (APA, 10.4.2015)

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