Massenstrandung von Breitschnabeldelfinen in Japan

10. April 2015, 14:26
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Rettungsmaßnahmen blieben bislang weitgehend erfolglos

Tokio - An der Küste Japans haben sich Helfer der Küstenwache und Anrainer am Freitag verzweifelt um die Rettung von 149 gestrandeten Breitschnabeldelfinen bemüht. Einwohner der Ortschaft Hokota rund 100 Kilometer nordöstlich von Tokio entdeckten die hilflosen Tiere in der Früh an einem zehn Kilometer langen Strandabschnitt und alarmierten die Küstenwache.

foto: reuters/kyodo
Die Rettungsmaßnahmen erfordern Ausdauer von Mensch und Tier.

Bis zum Nachmittag waren bereits mehrere der zwei bis drei Meter langen Tiere verendet, andere wiesen tiefe Schnittwunden auf. Die Helfer versuchten, die Delfine vor dem Austrocknen zu bewahren. Unermüdlich schleppten sie Kübel heran und überschütteten die Tiere mit Salzwasser. Trotz aller Bemühungen, die Delfine ins Meer zurückzutragen, konnten bis zum Nachmittag aber erst drei von ihnen gerettet werden - die meisten wurden von der Strömung immer wieder an den Strand zurückgetrieben.

Hochseebewohner

Breitschnabeldefine (Peponocephala electra), denen ihre charkteristische Kopfform im Englischen den Namen "Melon-headed whale" eingebracht hat, sind Bewohner der tropischen Meere und halten sich normalerweise auf hoher See auf. Die gut 150 Kilogramm schweren Delfine bilden dort gewaltige Schulen von mehreren hundert Tieren - eine davon hat nun offenbar die Orientierung verloren.

foto: apa/epa/koichi kamoshida
Viele der gestrandeten Tiere weisen Verletzungen auf.

2011 waren schon einmal 50 von ihnen an einem Küstenabschnitt ganz in der Nähe gestrandet. Experten aus Tokio wollen nun untersuchen, ob es eine gemeinsame Ursache der Massenstrandungen gibt. (APA/red, derStandard.at, 10.4. 2015)

  • Grimmige Szenerie am Strand von Hokota.
    foto: ap photo/kyodo news

    Grimmige Szenerie am Strand von Hokota.

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