Bürgerliche Partei mit Neos und Stronach: Abfuhr für das BZÖ

10. April 2015, 14:21
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Mit ihrer Idee, gemeinsam eine bürgerliche Partei zu schmieden, stößt die neue BZÖ-Chefin bei Neos und Team Stronach auf taube Ohren

Wien - Es wird wohl doch nichts mit einem neuen bürgerlichen Lager, wie es der neuen BZÖ-Chefin Johanna Trodt-Limpl vorschwebt. Trodt-Limpl hatte in einem Gespräch mit dem STANDARD vorgeschlagen, die "besten Köpfe" der kleineren Oppositionsparteien BZÖ, Neos und Team Stronach sollten sich in absehbarer Zukunft zusammentun, um über eine gemeinsame Zukunft nachzudenken. Am Schluss könne womöglich eine neue bürgerliche Partei oder zumindest eine politische Plattform stehen.

"BZÖ bereitet Schmerzen"

Der von Trodt-Limpl angesprochene Neos-Chef Matthias Strolz winkt energisch ab. Er sehe inhaltliche Schnittflächen weder mit dem BZÖ noch mit dem Team Stronach. Beide Parteien tendierten "eher in Richtung FPÖ", seien also kein wirklicher Partner für die Neos. "Das BZÖ hat dem Land mit seinen politischen Verfehlungen so viele Schmerzen bereitet und hat jetzt genug zu tun mit dem Aufarbeiten der eigenen Geschichte und dem Beseitigen der Altlasten", sagt Strolz im STANDARD-Gespräch. "Punktuell und in der Sache" könne es im Parlament aber selbstverständlich mit beiden Parteien eine Zusammenarbeit geben.

"Politisch nicht mehr existent"

Eine glatte Abfuhr bekommt Trodt-Limpl auch vom neuen Team-Stronach-Chef Wolfgang Auer, der wie Trodt-Limpl gerade dabei ist, seine Partei aufzuräumen. Das Ansinnen der BZÖ-Chefin koste ihn "einen Lacher". "Eine Fusion kommt nicht infrage. Das wäre wohl das denkbar schlechteste Signal, jetzt mit dem BZÖ zu fusionieren. Die Partei ist ja de facto politisch nicht mehr existent. Wir sind zwar auch momentan nicht gut unterwegs, aber das, kann ich versichern, wird wieder", sagt Auer. Vom Team Stronach würde jedenfalls niemand eine Kooperation mit dem BZÖ oder den Neos unterstützen. Auer: "Das BZÖ kann höchstens noch mit der Austria Klagenfurt fusionieren." (Walter Müller, derStandard.at, 10.4.2015)

Nachlese

Interview mit Johanna Trodt-Limpl: "Verstehe nicht, warum Frauen verschleiert herumlaufen"

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