Sieben Wege, endlich Nein zu sagen

10. April 2015, 13:25
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Als Ja-Sager ist man bei Chef und Kollegen beliebt – stimmt nicht unbedingt! Für die Karriere ist ein Nein manchmal besser

Eigentlich weiß man es ja – ein Nein ist (nicht nur) im Job manchmal dringend nötig. Und zwar aus verschiedenen Gründen: Einerseits geraten Ja-Sager schnell zum menschlichen Fußabtreter der Abteilung – in beinahe jedem Team gibt es die eine Person, die immer für die zusätzliche Arbeit zuständig ist. Grund dafür ist sehr wahrscheinlich die Unfähigkeit zum Widerspruch. Die Folge: Energie und Motivation gehen verloren, man fühlt sich ausgenutzt. Der Preis dafür, seine Hilfe allzu bereitwillig anzubieten, ist hoch.

Nein sagen ist aber nicht nur wichtig, um seine Position im Team zu stärken. Menschen, die in die Gefälligkeitsfalle tappen, klettern die Karriereleiter deutlich langsamer hinauf – da sind sich viele Psychologen einig.

Immer Nein? Nein ...

Darf man also zu jedem, allem und immer Nein sagen? Nein – die Lösung liegt auch hier im Kompromiss. Ein Beispiel: Ja, ich übernehme die zusätzliche Aufgabe, dafür darf ich am Freitag aber zwei Stunden früher nach Hause. Geschicktes Verhandeln stärkt auch das Ego, man fühlt sich nicht ausgenutzt und muss auch keine Angst, haben bei Kollegen als unkooperativ zu gelten.

Viele Menschen sollten aber dennoch üben, Nein zu sagen. 2012 hat das Meinungsforschungsinstitut TNS mehr als 1.000 Deutsche befragt, ob sie leicht eine Bitte abschlagen können: 81 Prozent gaben an, zu oft Ja zu sagen und sich darüber auch zu ärgern.

Das schwierigste Nein

Besonders schwer fällt ein Nein gegenüber dem Chef. In den meisten Fällen geht es dabei laut Arbeiterkammer um Überstunden. Nicht vergessen sollte man dabei, dass es Höchstgrenzen für die Arbeitszeit gebe – aber viele Ausnahmen. Im Zweifel sollte man sich zuerst über diese Grenzen informieren, heißt es vonseiten der Arbeitnehmervertretung. Einen Tipp hat die Arbeiterkammer aber trotzdem parat: "Gut formuliert wird ein 'Nein' leichter akzeptiert: Verschaffen Sie sich Zeit, eine gute Begründung zu formulieren, etwa so: 'Ich fühle mich im Moment überrumpelt. Geben Sie mir bitte zehn Minuten.' Einfühlungsvermögen entschärft manche Situation – und manches Nein. 'Es tut mir leid, dass Sie in Zeitstress sind. Dennoch kann ich heute nicht aushelfen, weil ...'"

Sieben Wege zum Nein

Mehr Tipps bietet die Karrierebibel - der Weg zum Nein sei eigentlich ganz einfach. In diesen sieben Schritten gelingt er laut dem Portal am besten:

1. Alternativen anbieten

"Ich habe leider keine Zeit, aber ..."

2. Folgen verdeutlichen

"Danke, dass Sie mir so viel Vertrauen entgegenbringen. Wenn ich diese Aufgabe momentan aber noch zusätzlich übernehme, gerate ich mit den laufenden Aufgaben in Verzug."

3. Dramatisieren

"Ich würde mich dabei sehr unwohl fühlen", "Ich bin zur Zeit enorm eingespannt und hätte nicht die benötigte Aufmerksamkeit."

4. Spiegeln

"Ich kann verstehen, dass du meine Hilfe gebrauchen kannst, aber ..." oder "Ich bin da nicht die Richtige dafür. Es hat sicher seine Gründe, weshalb du für diese Aufgabe ausgewählt wurdest."

5. Konsequent bleiben

"Das hört sich wirklich spannend an, aber die Wochenenden sind für mich tabu." Oder auch: "Ich helfe dir gerne, aber nicht in diesem Bereich."

6. Um Verständnis werben

"Ich weiß, das wird Sie enttäuschen, aber ich bin bereits die letzten drei Mal eingesprungen."

"Ich fühle mich geschmeichelt, dass Sie schon wieder mich fragen. Aber ich denke, da gibt es noch andere Personen, die bei dieser Aufgabe auch etwas lernen oder etwas Neues beitragen könnten."

7. Kurz fassen

"Nein." (red, derStandard.at, 10.4.2015)

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