Wo es neue Studienplätze geben wird

10. April 2015, 10:23
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Der Fachhochschulsektor soll weiter ausgebaut werden. Im kommenden Studienjahr stehen dafür mehr als 300 zusätzliche Studienplätze zur Verfügung

Wien - Geht es nach den Empfehlungen der Experten des Hochschulplans, sollen künftig 40 Prozent der Hochschulabsolventen einen Fachhochschulabschluss haben, derzeit sind es gut zwölf Prozent. Umgesetzt bis 2020, denn bis dahin soll die Akademikerqoute 40 Prozent betragen, lautet das Ziel der Europäischen Union, formuliert wurde es 2011.

Damit zumindest eine Abschlussquote von 25 Prozent erreicht werden kann, wäre ein jährlicher Ausbau der Studienplätze um rund 1350 notwendig gewesen. Ganz so viele sind es in den vergangenen Jahren zwar nicht geworden, der FH-Ausbau geht aber weiter voran.

Für das Studienjahr 2016/17 werden 315 zusätzliche Studienplätze an den Fachhochschulen eingerichtet. Entsprechend den Anforderungen der Wirtschaft entfallen zwei Drittel der Anfängerplätze auf technische und ein Drittel auf wirtschaftliche Fächer. Nun wurde die Zuteilung von insgesamt 160 Bachelor- und 155 Masterstudienplätzen vom Wissenschaftsministerium genehmigt.

Plätze vergeben

Die zusätzlichen Plätze wurden im Rahmen der zweiten von insgesamt drei Ausschreibungsrunden in dieser Regierungsperiode vergeben. Sie werden fortlaufend für die gesamte Studiendauer finanziert, insgesamt investiert der Bund dafür 5,85 Millionen Euro pro Jahr. "Die Fachhochschulen haben sich als wichtige und praxisnahe Säule unseres Bildungssystems etabliert, die sich durch starke regionale Anbindung und enge Kooperation mit der Wirtschaft auszeichnet. Daher stärken wir diesen Sektor durch zusätzliche Mittel in Höhe von 116 Millionen Euro bis zum Jahr 2018", sagt Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner.

Vorbehaltlich der Akkreditierung durch die Qualitätssicherungsagentur AQ Austria teilen sich die 315 Plätze auf folgende Institutionen auf: FH OÖ (53), FH Campus Wien (30), FH St. Pölten (30), MCI GmbH (30), FH Wr. Neustadt (30), FH Joanneum (25), FH Kärnten (25), FH Technikum Wien (25), FH Burgenland (20), FH Salzburg (20), FH bfi Wien (10), FH Vorarlberg (10) und FH Kufstein (7).

In den vergangenen zwanzig Jahren sind die Fachhochschulen kontinuierlich gewachsen. Von 695 Studierenden im Jahr 1994 und zehn Fachrichtungen an den ersten FHs entwickelte sich der Sektor zu mittlerweile rund 45.600 Personen in 403 Studiengängen an 21 Fachhochschulen im Studienjahr 2014/15. Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl der FH-Studierenden um 4,7 Prozent gestiegen. Und sie soll noch weiter wachsen, denn laut Regierungsplänen soll die Zahl der Studienplätze bis 2018 auf 50.000 steigen.

Wirtschaftswissenschaftliche und ingenieurwissenschaftliche Studienrichtungen stellen seit jeher die Schwerpunkte des Angebots dar. Bei der Ausschreibung für die neuen Studienplätze war ein wichtiges Kriterium für die Vergabe die beinhalteten Maßnahmen zur nachhaltigen Entwicklung von Studiengängen sowie von Kooperationen mit Universitäten oder Unternehmen. Die staatliche Förderung der Studienplätze liegt zwischen 6500 und 7900 Euro. Der Technikanteil des Studiengangs ist für die Höhe ausschlaggebend. (ost, DER STANDARD, 11.4.2015)

  • Im kommenden Studienjahr gibt es 315 zusätzliche Studienanfängerplätze an den heimischen Fachhochschulen, die meisten davon an der FH Oberösterreich. Der Nachfrage der Wirtschaft entsprechend überwiegen dabei technische Studienrichtungen.
    foto: dpa/kneffel

    Im kommenden Studienjahr gibt es 315 zusätzliche Studienanfängerplätze an den heimischen Fachhochschulen, die meisten davon an der FH Oberösterreich. Der Nachfrage der Wirtschaft entsprechend überwiegen dabei technische Studienrichtungen.

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