ORF ist Frühstück noch zu teuer

9. April 2015, 17:43
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Morgenshow-Entscheid vertagt – Grüne protestieren: Wrabetz dürfe SPÖ und ÖVP nicht "neue Einflussmöglichkeiten auf Serviertablett" liefern

Wien – Ein roter, ein schwarzer Tisch, roter und schwarzer Sessel, roter und schwarzer Teppich. Draußen vor dem ORF-Zentrum grüner Foto-Aktionismus gegen eine "rot-schwarze Doppelstruktur" im ORF. Die sehen die Grünen im neuen Führungsmodell, das einen Infochef und Ressortleiter für alle Medien vorsieht.

Drinnen präsentierten zwei Herren, denen man Ambitionen auf Führungsjobs im ORF-Zentrum nachsagt: Die roten Landesdirektoren Roland Brunhofer und Karlheinz Papst stellten dem ORF-Management ihre Pläne für Frühstücksfernsehen vor.

Und auch wenn ORF-Manager und -Macher zuvor in zwei Tagen Klausur gefeilt haben an dem mobilen Frühstücksfernsehstudio in einem Truck, der werktäglich eine andere Gemeinde abklappert für drei Stunden TV ab sechs Uhr für sieben oder mehr Millionen Euro im Jahr: Die Donnerstag erwartete Entscheidung wurde vertagt; noch sei das Projekt zu unklar und zu teuer, hieß es auf dem Küniglberg.

Da war die rot-schwarze Installation samt grüner Topfpflanze vor dem ORF-Zentrum eingepackt. Nicht ohne Appell Eva Glawischnigs, ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz dürfe SPÖ und ÖVP nicht mit dem Strukturkonzept "neue Einflussmöglichkeiten auf dem Serviertablett" liefern - mehr hier.

Mit einem Initiativantrag wollen die Grünen das Anhörungsrecht der Landeshauptleute beenden: Die können sich zu Kandidaten äußern, bevor der ORF-Chef Landesdirektoren zur Bestellung vorschlägt. Beim Frühstücks-TV sollen die ORF-Landesstudios viel Gewicht bekommen. Wohl auch, weil die ORF-Stiftungsräte der Bundesländer 2016 den nächsten ORF-General mitbestimmen. (fid, DER STANDARD, 10.4.2015)

  • Grüne Foto-Aktion gegen "rot-schwarzen ORF-Proporz":  Mediensprecher Dieter Brosz und Parteichefin Eva Glawischnig.
    foto: apa/jäger

    Grüne Foto-Aktion gegen "rot-schwarzen ORF-Proporz": Mediensprecher Dieter Brosz und Parteichefin Eva Glawischnig.

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