Leistbare Kleinwohnungen in Salzburg Mangelware

10. April 2015, 05:30
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Gemeinnützige sehen Kleinwohnungen nicht als nachhaltig vermietbar, Landesrat will Druck machen

Salzburg - Sozialvereine schlagen Alarm: Immer weniger Menschen können sich das Wohnen in Salzburg leisten, günstige kleine Mietwohnungen gebe es kaum. 1500 Salzburger sind wohnungslos.

Der maximale Wohnaufwand, wie ihn die Mindestsicherung vorsieht, liegt bei 380 Euro monatlich inklusive Betriebskosten für eine 40-Quadratmeter-Wohnung. Solche Wohnungen gebe es in Salzburg aber fast nicht, kritisiert die Soziale Arbeit GmbH (SAG). Laut Mietpreisanalyse der Arbeiterkammer liegt die durchschnittliche Miete für eine 40-Quadratmeter-Wohnung in der Stadt bei 544 Euro. Mindestsicherungsbezieher und Geringverdiener hätten fast keine Chance, eine geeignete Wohnung zu finden. Die SAG fordert deshalb, den gemeinnützigen Bauträgern einen geringen Prozentsatz an leistbaren Kleinwohnungen vorzuschreiben.

Gemeinnützige Zweizimmerwohnung um 500 Euro

Die kleinsten gemeinnützigen Neubauwohnungen hätten zwei Zimmer und 50 Quadratmeter. sagt Christian Wintersteller, Obmann der gemeinnützigen Bauvereinigungen Salzburg. Mit einem Quadratmeterpreis inklusive Betriebskosten von rund zehn Euro komme man auf 500 Euro monatlich. Kleiner werde nicht gebaut, weil die Wohnungen sonst nicht nachhaltig vermietbar seien, erläutert Wintersteller.

Dem widerspricht Wohnbau-Landesrat Hans Mayr (Stronach). "Auch wenn sie es nicht bauen wollen, die Nachfrage nach kleinen Wohnungen ist groß." Bei der Vergabe von Wohnbauprojekten werde er Druck ausüben, damit Kleinwohnungen gebaut würden, kündigt Mayr an. Ein verpflichtender Prozentsatz sei aber nicht notwendig. Jedes Projekt müsse einzeln begutachtet werden.

Wintersteller sieht die Lösung eher in einem Verdrängungseffekt: Bei den bestehenden gemeinnützigen Altbauwohnungen gebe es sehr wohl Wohnungen mit einer Quadratmetermiete von etwa sieben Euro. Gebe es mehr Neubauwohnungen, würden auch leichter günstige Altbauwohnungen frei werden. Es bedürfe eben eines besseren Austausches zwischen Neu- und Altbauwohnungen. (Stefanie Ruep, DER STANDARD, 10.4.2015)

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