Theaterbesuch mit Zylinder, Stock und Regenschirm

10. April 2015, 09:00
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Die Festspiele Reichenau - sie bedeuten nicht nur Theater, sondern auch Natur und Gesellschaft. Wir haben vier Profis um ihre Assoziationen zu ausgesuchten Begriffen der Festspielzeit gebeten: ein Word-Rap

Dresscode

Schmölzer: Egal! Egal.

Schmidt: Sommerlich, bunt, gern auch Tracht. Es gibt auch Herrschaften, die mit Stock und Zylinder kommen.

Groll: Nö, gibt's keinen.

Straßer: Schick.

Muss man probiert haben

Schmölzer: Das Looshaus (in Payerbach-Reichenau) - das ist ein Gasthof, auf dem Berg oben, den der berühmte Architekt Adolf Loos entworfen hat: Aussicht, Baustil, Essen, alles!

Schmidt: Den Ausblick vom Knappenhof

Groll: Looshaus.

Straßer: Knoblauchcremesuppe im Looshaus.

Gipfelsturm

Schmölzer: Rax, mit den Wanderschuhen.

Schmidt: Als Erstes fällt mir da natürlich die Rax ein. Aber bezogen auf das Theater, betrachte ich die Festspiele selber als Gipfelsturm, und zwar das, was die Familie Loidolt da allein und mit ihren ganz eigenen Ideen aufgebaut hat.

Groll: Ja, da kann man mit der Bahn rauffahren, aber wir haben viel zu wenig Zeit. Ich trau mich nicht auf die Berge, wenn ich abends oder gar schon am Nachmittag wieder Vorstellung habe. Was mach ich, wenn mir der Hund wegläuft, ich kann ihn ja nicht auf der Rax lassen!

Straßer: Rax, Speckbacherhütte. Nur an freien Tagen!

Jahrhundertwende

Schmölzer: Man muss es ironisch sehen: Aspirin - dieses ganze falsche Herumgeeiere um den Kaiser ... Und trotzdem ist es ja was Schönes gewesen, dass der Kaiser da war. Dagegen das Aspirin.

Schmidt: Die Stücke im Programm haben mit der Gegend zu tun, sie sind verwurzelt mit Reichenau als Sommerfrischegegend.

Groll: Die hält sich offensichtlich über mehrere Jahrhunderte. Schon bemerkenswert, dass man den Beginn der Moderne noch feiert, nachdem es schon die dritte Postmoderne gegeben hat.

Straßer: Kostümschinken.

Regenschirm

Schmölzer: Sehr notwendig!

Schmidt: Wenn es regnet, herrscht absolutes Chaos. Aber das Publikum ist darauf vorbereitet.

Groll: Nachdem ich im Salzkammergut aufgewachsen bin, ist das kein so großes Problem.

Straßer: Oft benützt. Auch Gummistiefel! Es kann 15 Grad haben.

Kurtheater

Schmölzer: Bitte trennen: Kur! Theater!

Schmidt: Die Reichenauer Festspiele sind weder Sommer- noch Kurtheater, sondern eine ganz eigene Marke.

Groll: Es gibt ein Kurhaus daneben, stimmt. Ja, da kann man auch Kur machen, aber ich denke dabei eher an den Semmering.

Straßer: Was? Burgtheater? Ach so, na, also der Weibsteufel wird nicht zur Erholung sein.

Nicht ohne ... nach Reichenau

Schmölzer: Steirischen Wein!

Schmidt: Nicht ohne das Navi! Und nicht ohne ein zweites Paar Schuhe - wegen des Regens.

Groll: Da müsst' ich mir was aus den Fingern saugen. Ich könnte ja, wenn ich was vergessen habe, schnell nach Wien fahren und es holen.

Straßer: Nicht ohne Winterpulli!

Festspielzauber

Schmölzer: Eine leicht improvisierte Hochprofessionalität macht Reichenau besonders.

Schmidt: Der entsteht durch den Zusammenhalt. Allen, die hier arbeiten, macht es Spaß. Die Herzlichkeit aller Beteiligten.

Groll: Zauber? Ich glaube, das Publikum feiert sich und das Theater ganz gern. Das kommt schon auf seine Kosten.

Straßer: Der entwickelt sich dann, wenn alle Premieren gut gelungen und alle Spieler wohlauf und glücklich sind. Dann liegt ein Zauber in der Luft, überall, auch bei der Supermarktkassa, wo der Verkäufer mir sagt, wie super er die letzte Vorstellung fand.

Aftershowparty

Schmölzer: Ich hab' eine Wohnung dort genommen. Veltliner, Essen - mit den üblichen Verdächtigen.

Schmidt: Das "social gathering" findet bei uns eher in den Pausen statt, da viele nach der Vorstellung eine lange Strecke nach Hause fahren müssen. Intern feiern wir Backstage-Leute aber schon, insbesondere wenn die Vorstellung sehr gut war und das alle zusammen spüren.

Groll: Abgesehen von den Premierenpartys: Wir gehen manchmal zum Flackl-Wirt rauf, weil der so lustig ist. Oder gegenüber ins Kaffeehaus auf ein Bier.

Straßer: Ja, natürlich! Bis in die Puppen! (afze, asch, wurm, Spezial, DER STANDARD, 10.4.2015)


Spezial Festspiele Reichenau ist eine entgeltliche Einschaltung in Form einer Medienkooperation mit den Festspielen Reichenau. Die redaktionelle Verantwortung liegt beim STANDARD.

  • Fünf Wochen lang im Sommer (2. Juli – 4. August) beleben die Festspiele Reichenau den Sommerfrischeort am Fuß der Rax.
    foto: heribert corn

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  • Festspielprofis und ihre Erfahrungen: August Schmölzer, ...
    foto: apa/herbert neubauer

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  • ... Tina Schmidt (Chefbilleteurin), ...
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  • Kathi Straßer
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