Ignacio: Béchamel mucho!

Ansichtssache14. April 2015, 15:18
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Stürmisch getrüffelt: Gastronomiespionage bei Ignacio in 1010 - gründlich bis aufs Knochenmark

Eine Idee hatte der sonst recht fidele Herr Ober aus Mailand* recht fix: Man glaubt nicht, wie viele Leute ein spanisches Lokal aufmachen wollen - und zum Spionieren in seines kommen!

Stimmt: Das glaub' ich wirklich nicht. Jedenfalls glaube ich nicht an die vom Ober angedeuteten Scharen. Aber: Ignacio in 1010 ist wochentagabends schon recht gut besucht, und wir sind nicht die einzigen, die sich, einander und das Essen fotografieren (und lassen).

Und ich verstehe gewisse Verdachtsmomente, selbst in Zeiten langsam abebbenden Foodfotowahns. Nur: Kann einer, der sein Essen im (möglichst) rechten Licht fotografieren möchte, 2015 noch großen Verdacht erregen? Beim Spanier (und Basken) womöglich schon, woher auch immer er (oder sie) kommt.

Was für Spionage spricht:

Zur Foto-Dokumentation kam der Ruck-Zuck-Stil einer überfallsartigen Kommandoaktion - immerhin angekündigt, man spricht hier wohl von Reservierung, aber auch das war womöglich Teil einer größeren Strategie:

  1. Terrain vorausschauend absichern.
  2. Perfekt zeitgleich im eingespielten Dreierteam einfallen.
  3. Mit dem Einstieg(sgetränk) schon die Karte fix rauf- und runterbestellen - alles gern gleich!
  4. Fotografieren, um nicht zu sagen: schießen!, was das Zeug hält.
  5. Alle materiellen Beweise bis hin zu den Olivenölvorräten vernichten (fürs goldige Flüssigfett haben wir einen Special Agent).
  6. So rasch, wie es die Aufgabe erlaubt, und möglichst ohne Verlust von Einsatzkräften: ab nach Hause!
  7. Natürlich nicht, ohne es den Besuchten heimgezahlt zu haben (in diesem Fall, spricht gegen Spionage: mit der Kreditkarte).

All das kann einem natürlich ein bisserl militärisch-spionagig vorkommen. Man könnte aber auch von familiär bedingtem Zeitdruck ausgehen. Und vom Chronisten-Gefühl, das zu Verputzende auch bildlich zu dokumentieren. Auch wenn all das, der Kalauer darf nicht fehlen, manch' Wirt und Wirtspersonal ein bisserl spanisch vorkommt.

Neue Karten, bitte!

Aus *Mailand kömmt Herr Ober, wenn ich sein fröhliches Verständnis richtig verstand, als ich Verdejo falsch mit Verdicchio beantwortete. Aber da hatte ich schon begonnen, die Karte abzufotografieren, und also diente mir Verdicchio womöglich nur zur Tarnung. Aber die Abwehr schlief nicht: Nächsten Donnerstag wechseln wir die Karte!

Endlich Essen!

Schade eigentlich, jedenfalls über weite Strecken. Aber sehen Sie (endlich!) selbst:

Bild 1 von 11
foto: harald fidler

Artischocke zum Einstieg - das wär's jetzt, mehr gibt's nicht, scherzt der Herr Ober im Ignacio. Wir aber hatten schon in die Karte gespäht.

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