Pensionen: Fast drei Viertel der Landeslehrer gingen als "Hackler"

9. April 2015, 14:56
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Regelung mittlerweile verschärft - Kaum "reguläre" Pensionsantritte

Wien - Fast drei Viertel der Landeslehrer haben zwischen 2008 und 2013 mittels Hacklerregelung den Weg in die Frühpension angetreten. Zu diesem Ergebnis kommt laut "Presse" (Donnerstag-Ausgabe) ein Rohbericht des Rechnungshofs (RH). Aufgrund des Erreichens des gesetzlichen Pensionsalters traten die Pflichtschul-Pädagogen dagegen nur selten in den Ruhestand.

In dem RH-Bericht wird dabei das Pensionsantrittsalter der Pflichtschullehrer in allen Bundesländern untersucht und verglichen. Demnach ging etwa im Burgenland im Vergleichszeitraum gerade einmal ein einziger Pädagoge (0,2 Prozent) in den Ruhestand, weil er das gesetzliche Pensionsalter erreichte. Ähnlich ist es in den anderen Bundesländern - einzig in Wien trat ein zumindest etwas höherer Prozentsatz (7,1 Prozent) in den regulären Ruhestand.

Regelung wurde verschärft

Am eifrigsten wurde die Hacklerregelung von den Landeslehrern im Burgenland in Anspruch genommen (85 Prozent). In den meisten anderen Bundesländern liegen die Werte zwischen 70 und 75 Prozent, lediglich in Wien (69,5 Prozent) finden sich etwas weniger "Hackler" unter den pensionierten Landeslehrern. Diese "alte" Hacklerregelung mit abschlagsfreier Pension in Anspruch nehmen konnten Frauen mit 40 Beitragsjahren mit 55 Jahren sowie Männer mit 45 Beitragsjahren mit 60 Jahren. Bei Beamten waren (für beide Geschlechter) 40 Beitragsjahre (und das 60. Lebensjahr) nötig - wobei fast alle Landeslehrer-Pensionisten unter die Beamtenregelung fallen. Mit Ende 2013 wurde die Regelung allerdings verschärft.

Weniger "Hackler" bei Bundeslehrern

Neben der Hacklerregelung zweithäufigster Grund für Frühpensionierungen bei Landeslehrern war die Dienstunfähigkeit: Im Bundesländer-Vergleich am häufigsten in Anspruch genommen wurde sie in Oberösterreich (22 Prozent der Pensionsantritte), am seltensten im Burgenland (elf Prozent). Von zwölf auf 14 pro Jahr gestiegen sind die Krankenstandstage der beamteten Landeslehrer zwischen 2008 und 2013 - sie sind damit praktisch doppelt so hoch wie jene der Vertragslehrer (sieben). Am meisten Krankenstandstage pro Lehrer gab es in Wien (19), am wenigsten in Tirol (acht).

Bundeslehrer (Lehrer an AHS und berufsbildenden mittleren und höheren Schulen/BMHS) nutzten dagegen die Hacklerregelung (51 Prozent) seltener. Grund ist etwa die längere Ausbildungszeit, wodurch sie erst später in den Beruf einsteigen. Auch den Weg in die Dienstunfähigkeits-Pension (neun Prozent) wählten sie seltener als ihre Kollegen an den Pflichtschulen. (APA, 9.4.2015)

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