Journalistengewerkschaft mahnt vom VÖZ "Fair Play" ein - VÖZ "irritiert"

9. April 2015, 14:45
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Zankapfel ist Erhöhung des Zeilenhonorars für freie Mitarbeiter - VÖZ: Forderung gehen an der Medienrealität vorbei

Wien - Die Journalistengewerkschaft sieht einen "Schatten" auf dem positiven Weg, den die Gewerkschaft 2013 mit dem Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) mit der Einigung auf einen neuen Kollektivvertrag beschritten hat. Grund dafür sind die aktuellen Verhandlungen über einen Kollektivvertragsabschluss für Tages- und Wochenzeitungen.

"Wir waren uns beim Abschluss darin einig, das Augenmerk in der nächsten Verhandlungsrunde auf die freien Mitarbeiter zu legen - unsere Forderung nach einer adäquaten Erhöhung des Zeilenhonorars wurde von den Arbeitgebern allerdings abgelehnt", so Journalistengewerkschaftsvorsitzender Franz C. Bauer am Donnerstag in einer Aussendung.

Außerdem sei 2013 im Rahmen des neuen Kollektivvertrags eine Evaluierung vereinbart worden. Obwohl das Ergebnis dieser Evaluierung Verbesserungsbedarf vor allem im Bereich der Aufzeichnung von Arbeitszeiten und bei der richtigen Anwendung von Tarifen aufweise, hätten die Arbeitgeber daran wenig Interesse gezeigt, ärgerte sich Bauer.

"Wir haben uns exakt an die vereinbarte Vorgangsweise gehalten, das erwarten wir natürlich auch von den Arbeitgebern." Bauer wünscht sich vom VÖZ "Fair Play" vor der nächsten Verhandlungsrunde Anfang Mai.

VÖZ entgegnet

VÖZ-Geschäftsführer Gerald Grünberger zeigte sich in einer Aussendung über den Gang an die Öffentlichkeit irritiert: "Verhandlungspositionen via Aussendungen auszurichten, ist kein Fair Play."

"Der Gesamtvertrag für freie Mitarbeiter ist erst nach langen Verhandlungen vor etwas mehr als vier Monaten (am 1. Dezember 2014) in Kraft getreten und hat zu erheblichen Mehrkosten bei den Medienhäusern geführt. Bei der aktuellen Tarifverhandlung kann es daher nur um die Wertanpassung der gerade neu verhandelten Tarife gehen. Diese Wertanpassung muss sich an der wirtschaftlichen Lage unserer Branche orientieren. Ein Kollektivvertag ganz nach den Wünschen der Gewerkschaft, nützt keinem Redakteur, wenn er sich in den Medienhäusern nicht wirtschaftlich darstellen lässt. Forderungen, die völlig an dieser Medienrealität vorbei schießen, erweisen den berechtigten Anliegen der freien und der angestellten Redakteure nach einer angemessenen Tariferhöhung einen Bärendienst", so Grünberger. (APA, 9.4.2015)

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