Vettel dezent, Mercedes nach Weckruf kampflustig

9. April 2015, 14:29
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Im Machtkampf um die Vorherrschaft in der Formel 1 herrscht vor dem Rennen in China tatsächlich wieder Spannung

Shanghai - Das Weltmeisterteam zeigt sich angriffslustig, der viermalige Champion betont zurückhaltend: Während Mercedes den Sieg beim Großen Preis von China wieder unter sich ausmachen will, vermeidet Sebastian Vettel jegliche Kampfansage. Nach dem überraschenden Triumph des Ferrari-Piloten in Malaysia hoffen die Fans am Sonntag (8.00 Uhr MESZ) jedoch auf einen ähnlich spannenden Showdown in Shanghai.

"Ich erwarte uns hier als das stärkste Team, weil wir ein stärkeres Auto haben werden", sagte Vizeweltmeister Nico Rosberg vor dem dritten Saisonrennen. Vettel wollte Rosberg dabei überhaupt nicht widersprechen: "Wir wissen, dass Mercedes in einer sehr, sehr starken Position ist. Wir bleiben realistisch, denn unsere Ziele haben sich nicht geändert."

Für die Silberpfeile zählt nach den Plätzen zwei (Lewis Hamilton) und drei (Rosberg) in Malaysia nur der Sieg - ohne Ausreden. "Mit unserem Auto muss das immer das Ziel sein", sagte Rosberg. Einige Updates sollen den Boliden nun noch schneller machen. Vor allem die große Hitze hatte dem Konstrukteurs-Weltmeister vor knapp zwei Wochen Probleme bereitet, zudem überzeugte Ferrari mit einer cleveren Taktik. Vor den Toren der Millionen-Metropole Shanghai ist es nun wieder kühl, kaum jemand zweifelt deswegen an der Stärke von Mercedes.

Senna im Visier

Selbst Vettel ist sich trotz des ersten Ferrari-Siegs seit fast zwei Jahren nicht sicher, wo sein neuer Arbeitgeber überhaupt steht. "Es sind erst zwei Rennen vorbei und man braucht ein paar mehr Rennen, um das zu sehen. Generell wollen wir uns so stabilisieren, dass wir das Team hinter Mercedes sind."

Nach zwei Rennen führt Titelverteidiger Lewis Hamilton (43) in der WM-Wertung knapp vor Vettel (40) und Rosberg (30). "Ich bin bereit für den Wettkampf", sagte Hamilton. Eigentlich wollte der zweimalige Champion mit dem Schub eines neuen Millionen-Vertrags in der Tasche antreten. Doch eine Einigung lässt weiter auf sich warten. "Ich habe noch keinen neuen Vertrag unterschrieben. Es kann dieses Wochenende passieren, vielleicht aber auch nicht", sagte Hamilton, der als bislang einziger Fahrer dreimal in China gewinnen konnte.

Mit einem weiteren Triumph könnte Vettel indes sogar mit Motorsport-Legende Ayrton Senna gleichziehen. Der Brasilianer hat in seiner Laufbahn bei 161 Starts 41 Grand Prix gewonnen, Vettel steht nach seinem Erfolg in Malaysia bei 40 nach lediglich 141 Rennen. "Diese Bestmarke würde für jeden Fahrer viel bedeuten", sagte Vettel: "Es war schon sehr speziell, den 40. Sieg zu holen. Ich hoffe, dass der nächste nicht zu weit entfernt ist."

Bei Mercedes hofft man natürlich das Gegenteil. "Sollte er weiter siegen, wird das zu einem Problem", meinte Rosberg, der seinen ersten Saisonsieg anpeilt und den Briten Hamilton endlich wieder abhängen will: "Ich will das Rennen gewinnen." Wie das geht, weiß er bestens: 2012 feierte der Deutsche in Shanghai den ersten Triumph der neuen Silberpfeil-Ära. (sid, 9.4.2015)


  • Im Kleiderkasten vergriffen?
    foto: apa/azubel

    Im Kleiderkasten vergriffen?

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