Wiener Gemeindebauten: Hausordnung wird flächendeckend ausgehängt

9. April 2015, 13:05
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In leicht verständlicher Kurzform samt Piktogrammen - "Respekt unter allen Umständen" wird eingemahnt - 2014 mehr als 20.000 Kontrollen durch Ordnungsberater

Wien – Jetzt sind Ausreden bald sinnlos: Bewohner und Besucher im Wiener Gemeindebau werden demnächst nicht mehr damit argumentieren können, dass sie die Hausordnung nicht kennen. Denn die wird nun in insgesamt 17.000 Stiegenhäusern affichiert – in übersichtlicher Kurzform und mit Piktogrammen zur Erläuterung. Das kündigte Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (SPÖ) am Donnerstag in einer Pressekonferenz an.

Gut sichtbar soll sie angebracht werden, die Tafel mit den zehn Gemeindebaugeboten. Dabei handle es sich um die wesentlichsten Aspekte der Hausordnung - die ansonsten leider wenig gelesen wird, wie der Ressortchef beklagte. Das Regelwerk, das bisher etwa am Schwarzen Brett zur Kenntnis gebracht wurde, sei ein längerer Text. Die Kurzform biete nun einen "leichteren Zugang" zu den diversen Vorschriften, zeigte sich Ludwig überzeugt.

Rücksichtnahme

Schon der erste Punkt der Short-Variante macht – mit einem Rufzeichen als Piktogramm – unmissverständlich klar: "Andere BewohnerInnen verdienen unter allen Umständen Respekt und Rücksichtnahme." Die weiteren Gebote widmen sich etwa der Leinenpflicht für Hunde, den illegalen Müllablagerungen, dem leidigen Thema Lärm oder den drohenden Strafen für Vandalen. Zudem wird klargesellt, dass die Richtlinien auch für Gäste und nicht nur für Mieter gelten.

Ludwig erinnerte daran, dass eine 2008 durchgeführte Umfrage in den städtischen Wohnhäusern ein deutliches Votum für die Einhaltung der Hausordnung erbracht habe. Seither, so beteuerte er, sei man nicht untätig gewesen. Schon seit 2009 seien Ordnungsberater im Einsatz, die etwa im Vorjahr mehr als 20.000 Kontrollen durchgeführt hätten.

Verstöße rückläufig

Die Anzahl der Verstöße, so hieß es, sei rückläufig. 2014 seien lediglich zwei Anzeigen erstattet und 46 Organstrafmandate verhängt worden. Die Vergehen reichten von Zigaretten, die auf Spielplätzen weggeworfen wurden, bis hin zu stehen gelassenen Einkaufswagen - von denen sage und schreibe 10.000 Stück in den Anlagen entdeckt wurden. Als eine der höchsten Strafen wurde eine 200-Euro-Buße für unbotmäßige Sperrmüllablagerung verhängt.

Hingewiesen wurde heute auch auf das Projekt "Wohnpartner". Die 2010 als Nachbarschaftsservice ins Leben gerufene Einrichtung bietet etwa kostenlose Mediation an, wenn es zwischen Bewohnern zu Streitigkeiten kommt. Für Sicherheit soll auch die Technik sorgen: Laut Ludwig wurden seit 2008 von der Gemeindebauverwaltung Wiener Wohnen insgesamt 2.981 Überwachungskameras installiert. (APA, 9.4.2015)

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