Der Boston-Anschlag und die Suche nach den Tätern

16. Mai 2015, 02:26
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Die mehrtägige Fahndung nach den Zarnajew-Brüdern hielt vor zwei Jahren die Welt in Atem

  • Montag, 15. April 2013:

Mehr als 20.000 Sportler nehmen am Marathon in Boston teil, hunderttausende Zuschauer säumen die Straßen. Der Lauf ist die älteste jährliche Marathon-Veranstaltung der Welt und wird seit dem Jahr 1897 ausgetragen. Um 14.49 Uhr explodieren in der Nähe der Ziellinie auf der Boylston Street binnen weniger Sekunden zwei selbstgebaute Sprengsätze.

foto: ap/boston globe, david l ryan
Unmittelbar nach der Explosion.

Drei Menschen sterben, mehrere der 264 Verletzten verlieren Arme oder Beine. Die Bundesbehörden nehmen Ermittlungen auf, zunächst gibt es aber keine heiße Spur.

  • Dienstag, 16. April 2013:

Die Fahndung läuft auf Hochtouren. Die Ermittler, aber auch User der sozialen Netzwerke Twitter und Reddit analysieren zahlreiche von Zusehern aufgenommene Bilde und Aufnahmen aus Überwachungskameras in der Boylston Street. Gerüchte über mögliche Täter machen in Boston die Runde, ein Student aus Saudi-Arabien wird fälschlicherweise beschuldigt. US-Medien berichten, dass die Bomben aus sprengstoffgefüllten Schnellkochtöpfen bestanden, in die die Attentäter noch Metallsplitter packten. Die Sprengsätze wurden in Rucksäcken versteckt abgelegt.

foto: ap/fbi
Überreste eines Dampfkochtopfs.
  • Mittwoch, 17. April 2013:

Die Behörden fahnden nach einem Mann, der in Videoaufnahmen durch verdächtiges Verhalten am Tatort aufgefallen ist. Medienberichte über eine Festnahme erweisen sich als falsch.

  • Donnerstag, 18. April 2013:

Am späten Nachmittag veröffentlicht die Bundespolizei FBI Fahndungsfotos zweier Verdächtiger. Auf ihnen sind die Brüder Tamerlan und Dschochar Zarnajew mit einer weißen und einer schwarzen Baseballkappe zu sehen.

foto: reuters/fbi
Das Fahndungsfoto aus einer Überwachungskamera.
  • Gegen 22.20 Uhr fallen auf dem Campus des Massachusetts Institute of Technology Schüsse, ein Polizist stirbt. Die Behörden machen dafür das Brüderpaar verantwortlich, das später einen Mercedes kapert und den Fahrer entführt. Die Geisel kann an einer Tankstelle entkommen.
foto: reuters/shannon stapleton
Großfahndung in Cambridge, Massachusetts.
  • Freitag, 19. April 2013:

Dank der Hinweise der geflüchteten Geisel spürt die Polizei die Verdächtigen in der Nacht im Bostoner Vorort Watertown auf. Bei einer wilden Verfolgungsjagd und Schießerei wird der 26-jährige Tamerlan getötet, dem damals 19-jährigen Dschochar gelingt die Flucht, indem er seinen Bruder überfährt.

foto: reuters/jennings aske/onefundboston.org
Der verlassene Fluchtwagen in Watertown.
  • Rund 9.000 Polizisten durchkämmen Straße für Straße, über Watertown kreisen Hubschrauber.
foto: reuters/lucas jackson
Die Bostoner Polizei setzt schweres Gerät ein.
  • Die Behörden rufen die Bewohner der Gegend auf, ihre Häuser nicht zu verlassen.
foto: ap/julio cortez
Blick in ein Einsatzfahrzeug: Alle verfügbaren Kräfte wurden nach Watertown beordert.
  • Der öffentliche Nahverkehr wird stillgelegt, Schule und Universitäten bleiben geschlossen.
foto: ap/julio cortez
Suche nach dem flüchtigen Dschochar Zarnajew.
  • Erst am Freitagabend gegen 18.30 Uhr finden die Einsatzkräfte Dschochar, der sich schwer verletzt in einem trockengelegten Boot im Garten eines Wohnhauses versteckt hat.
foto: ap/massachusetts state police
Wärmebild aus einem Hubschrauber.
  • Als sie eine Bewegung sehen, eröffnen die Einsatzkräfte das Feuer auf das Boot.
foto: ap/the boston globe, david l. ryan
Spurensicherung im Einsatz: An der Seitenwand des Boots sind zahlreiche Einschusslöcher zu erkennen.
  • Schwer verletzt ergibt sich Dschochar Zarnajew.
foto: ap/massachusetts state police, sean murphy
Deutlich zu erkennen: der Laserstrahl eines Zielgeräts auf Zarnajews Stirn.

Um 20.45 Uhr melden die Behörden die Festnahme. "Gefasst! Die Jagd ist beendet. Die Suche ist erledigt. Der Terror ist vorüber. Und die Gerechtigkeit hat gesiegt. Verdächtiger in Gewahrsam", schrieb die Bostoner Polizei auf Twitter. (red, APA, 16.5.2015)

foto: ap/u.s. attorney's office
Im Boot wurden handschriftliche Aufzeichnungen gefunden, die offenbar von Zarnajew stammen.
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