PayPal: "Wir müssen Apple dankbar sein"

9. April 2015, 11:58
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PayPal Passport soll mehr österreichische Online-Händler in den globalen Handel locken

Der grenzüberschreitende Online-Handel wächst stark. Aktuelle Studien gehen davon aus, dass die Anzahl der Käufer von aktuell 94 Millionen bis 2018 auf 130 Millionen ansteigen wird. Neben den Händlern profitieren davon vor allem die Online-Zahlungsanbieter. Paypal ist in Österreich nach Rechnung und Kreditkarte die Nummer Drei der beliebtesten Online-Bezahlmethoden. Mit PassPort will das Unternehmen nun auch noch mehr hiesige Händler überzeugen, ihre Waren grenzüberschreitend anzubieten.

Hilfe für heimische Händler

Dabei handelt es sich um ein Informationsportal, das Händler bei Lieferungen ins Ausland unterstützen soll. 2014 ist es bereits in den USA gestartet, nun wurde die Österreich-Version freigeschaltet. Die meisten Exportumsätze der österreichischen Händler, die PayPal als Zahlungsmethode anbieten, kommen aus Deutschland. Aber auch andere Märkte wie die USA, Großbritannien und Frankreich sind interessante Ziele.

PassPort soll Händlern auf einen Blick die wichtigsten Informationen zu 22 Export-Märkten liefern. So wird auf einer interaktiven Karte anzeigt an welchen Tagen in den einzelnen Ländern besonders viel aus dem Ausland bestellt wird. Berücksichtigt werden etwa regionale Anlässe und Feiertage. Zudem gibt es Länder-Statistiken und eine Vorabberechnung für die ungefähren Lieferkosten, Zollabgaben und Steuern.

Die Nutzung des Portals ist kostenlos, Händler müssen PayPal auch nicht selbst als Zahlungsmethode anbieten. Aber natürlich hofft das Unternehmen damit weitere Kunden zu gewinnen. Sogesehen soll Passport als Marketing-Tool für den Zahlungsanbieter fungieren. Das Unternehmen hat hierzulande eine Million aktive Kunden. 66 Prozent der Top 100 Online-Händler bieten PayPal an. Um noch mehr Nutzer vom Bezahlen über PayPal zu überzeugen, bietet das Unternehmen seit kurzem auch kostenlose Retouren an.

"Apple hebt mobiles Bezahlen auf die Agenda"

Eine wachsende Rolle spielt auch mobiles Bezahlen. Bis 2018 ist hier ein Plus von 56 Prozent zu erwarten. Ein überzeugender Hebel, mobile Bezahlmethoden anzubieten und zu nutzen, kommt von der Konkurrenz. "Apple hat mobiles Payment auf die allerhöchste Agenda gehoben", sagte Gero Kummer, Senior Manager Business Development bei PayPal Österreich und Schweiz, im Rahmen der Präsentation von Passport. "Wir müssen Apple dankbar sein." Auch wenn PayPal schon seit vielen Jahren auf diesem Gebiet tätig ist, ist das Interesse daran seit Apples Einstieg nochmal stark gestiegen.

Dabei sind auch Smartwatches Thema für PayPal. Für Samsungs Galaxy Gear gibt es bereits eine App. 2013 wurde der Bezahldienst Braintree übernommen, der auch Apple Pay unterstützt. Und Apple Pay wiederum wird als Bezahlmethode auf der Apple Watch zur Verfügung stehen. Auch für die Pebble gibt es schon seit einiger Zeit eine PayPal-App.

Eher Zukunftsmusik ist die Möglichkeit das PayPal-Konto mit Bitcoins zu füllen. Aber abgeneigt ist das Unternehmen keineswegs. Kummer glaubt, dass die Verbreitung von Kryptowährungen weiter zunehmend wird und sieht darin ein "sehr interessantes Konzept." Bei Braintree werden Bitcoins bereits akzeptiert. (Birgit Riegler, 9.4.2015)

  • PayPal will mehr heimische Händler dazu bringen, auch ins Ausland zu liefern.
    foto: paypal

    PayPal will mehr heimische Händler dazu bringen, auch ins Ausland zu liefern.

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