Experten erwarten neue Jobs durch Industrie 4.0

9. April 2015, 11:14
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BCG-Studie: Kommunikation zwischen Maschinen soll Produktivität steigern

Düsseldorf - Die wachsende Digitalisierung der Industrie wird nach Einschätzung der Boston Consulting Group (BCG) in den kommenden zehn Jahren tausende zusätzliche Jobs in Deutschland schaffen. Insgesamt 390.000 neue Arbeitsplätze könnten durch den Trend hin zur Industrie 4.0 entstehen, wie es in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie heißt.

Mit dem Schlagwort "Industrie 4.0" ist der wachsende Einsatz von Software und Robotern in Fabriken gemeint. Mit Hilfe von Barcodes auf Bauteilen und der Kommunikation zwischen den Maschinen soll die Produktivität gesteigert und individuelle Fertigung möglich werden.

"Die menschenleere Fabrik wird es nicht geben", sagt Studienautor Michael Rüßmann der Deutschen Presse-Agentur. "Es wird erstens weiter auch Arbeiter geben, die gemeinsam mit Robotern arbeiten. Zweitens werden Arbeitsplätze in der Fertigung IT-lastiger, das heißt, es entstehen andere Arten von Arbeitsplätzen." Einfache manuelle Jobs in der Fertigung und Fabriklogistik - wie Gabelstaplerfahrer - könnten aber wegfallen, räumte Rüßmann ein.

Gezielte Ausbildung

Gewerkschaften wie die IG Metall mahnen bereits, dass Beschäftigte künftig gezielt ausgebildet und qualifiziert werden müssen. Beschäftigte bräuchten unabhängig von ihrem Arbeitsplatz die Chance, sich umzuorientieren, sagte IG-Metall-Vize Jörg Hofmann jüngst in einem Interview. Eine gewaltige Aufgabe. Denn allein im deutschen Maschinenbau arbeiteten zuletzt rund eine Million Menschen. In der gesamten Metall- und Elektroindustrie sind es 3,7 Millionen. Wie viel in die Weiterbildung gesteckt werden müsste, beziffern die Studienautoren von BCG allerdings nicht. Insgesamt gehen die Autoren von einem Investitionsbedarf von 250 Mrd. Euro bis 2025 aus.

Im Gegenzug wird der Wandel nach der Prognose der Experten in den kommenden zehn Jahren etwa 30 Mrd. Euro zum Bruttoinlandsprodukt beitragen. "Das Wachstum wird zum Einen von intelligenteren, Industrie 4.0 unterstützenden Produkten im Maschinenbau herrühren", sagt Rüßmann. "Zum Anderen wird mit Industrie 4.0 die Fertigung individueller Produkte möglich und damit eine bessere Bedienung der Nachfrage insgesamt und in Nischen." Die volle Umsetzung dieses Wandels wird nach Einschätzung der Experten aber noch 20 Jahren dauern. (APA, 9.4.2015)

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