Euroschwäche verhilft zu deutschem Exportrekord

9. April 2015, 10:35
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Der Export ist ein wichtiger Treiber der deutschen Konjunktur - Im Februar nur kleine Zunahme bei den Einfuhren

Frankfurt am Main - Die Nachfrage nach Produkten "made in Germany" scheint ungebrochen. Die Ausfuhren deutscher Unternehmen sind im Februar trotz aller weltweiten Krisen kräftig gestiegen. Sie nahmen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,9 Prozent auf 95,7 Mrd. Euro zu, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte. Im Vergleich zum Jänner kletterten die Exporte demnach um 1,5 Prozent.

Die Einfuhren aus dem Ausland wuchsen im Februar gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,8 Prozent auf einen Wert von 76,5 Mrd. Euro, wie die Statistiker weiter mitteilten. Der Außenhandelsüberschuss betrug damit 19,2 Mrd. Euro. Die meisten Waren wurden in Mitgliedstaaten der Europäischen Union exportiert, allen voran nach Frankreich. Auf Rang zwei liegen die USA, efolgt von Großbritannien und China.

Im vergangenen Jahr hatte die deutsche Wirtschaft Waren im Wert von insgesamt 1,1 Billionen Euro exportiert und damit einen neuen Rekord aufgestellt. Auch der Wert der Importe und der Außenhandelsüberschuss erreichten neue Rekordmarken.

Was treibt die deutschen Exporte?

Egal ob Luxusschlitten oder High-Tech-Maschinen: Deutsche Produkte haben weltweit ein gutes Image. "Die deutsche Industrie hat einen hervorragenden Ruf und steht für Qualität wie kein anderes Land", sagt der Chef-Ökonom des Kreditversicherers Euler Hermes, Ludovic Subran.

Schwacher Euro treibt

Die Gemeinschaftswährung hat gegenüber anderen wichtigen Währungen wie Dollar, Yen oder Schweizer Franken seit vergangenem Jahr deutlich an Wert verloren. Die Europäische Zentralbank flutet im Kampf gegen Mini-Inflation und Konjunkturschwäche die Märkte mit Geld. Der Leitzins liegt praktisch bei Null, im März starteten die Währungshüter zudem ihr billionenschweres Anleihekaufprogramm. Die US-Notenbank beendet dagegen schrittweise ihre ultralockere Geldpolitik und steuert auf die erste Zinserhöhung seit der Finanzkrise zu. Für Investoren ist es daher attraktiver, Geld in Dollar als in Euro anzulegen.

Ein schwacher Euro hilft Firmen aus der Eurozone, die Waren außerhalb des Währungsraums verkaufen wollen. Ihre Autos oder Maschinen werden auf den Weltmärkten günstiger - etwa in wichtigen Märkten wie Asien oder Amerika. Das kann wie ein zusätzliches Konjunkturprogramm wirken. "Der schwache Euro hilft allen in Europa, vor allem der deutschen Wirtschaft mit ihrem hohen Exportanteil", sagte Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise jüngst. (APA/red, derStandard.at, 9.4.2015)

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    foto: apa
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