Songkran: Gutes nasses Jahr!

Ansichtssache9. April 2015, 16:35
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Gießen nach dem Mondkalender – das ist auch in Thailand seit Urzeiten en vogue. Heuer vom 13. bis zum 15. April werden einander wieder überall zwischen Chiang Mai und Phuket gut Bekannte und Wildfremde feuchte Neujahrsgrüße schicken. Als Respektbezeugung war der Brauch, Buddha-Statuen und ältere Familienmitglieder vorsichtig zu benetzen, wohl ursprünglich gedacht – heute ist Songkran dagegen eine wilde Wasserschlacht. Und als Zeit der Säuberung und Erneuerung sieht man das dreitägige Neujahrsfest grundsätzlich noch immer – das Feuchtfröhliche daran kommt aber eher vom exzessiven Alkoholkonsum. Doch wer sagt, dass Brauchtum nur in Europa situationselastisch weiterentwickelt wird.

Songkran wurde ursprünglich früher im Jahr, immer zur Tagundnachtgleiche im März, gefeiert. Aber das Fest ist schon so alt, dass sogar die Verschiebung der Erdachse bei der Wahl des aktuellen, veränderlichen Datums im April eine Rolle gespielt hat. Im Jahr 1082 wurde der Ritus erstmals im heutigen Thailand erwähnt, zelebriert wird er dagegen bis heute unter anderem auch in Indien, Kambodscha, Laos und Burma. Das Wort ist übrigens Sanskrit und bezeichnet frei übersetzt den Eintritt der Sonne in das Sternbild des Widders. Also keinen Widerstand, wenn einem dieser Tage in Thailand wieder eimerweise Neujahrswünsche entgegenprasseln. Songkran in zehn Bildern – ohne Worte, dafür mit umso mehr Wasser. (saum, derStandard.at, 09.04.2015)

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foto: apa / narong sangnak
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