Erste Tests der Apple Watch: Leise Kritik

8. April 2015, 14:59
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Apple hat ausgewählten Medien Testgeräte zur Verfügung gestellt - Verkaufsstart in Österreich noch unklar

Apple hat in den vergangenen Jahren schon etliche Branchen durcheinandergewirbelt. Nach der Musik- und Filmindustrie und der Mobilfunkbranche steht nun das Uhren-Geschäft auf der Apple-Agenda. Am 24. April kommt nun die mit Spannung erwartete Apple Watch auf den Markt – allerdings nicht in Österreich. Apple hat bislang noch kein Datum für den Verkaufsstart hierzulande genannt.

Ab 399 Euro

Die Uhr zeigt unter anderem Kurznachrichten oder Neuigkeiten von Facebook an, kann Autos und Hotelzimmer aufschließen sowie über den Dienst Apple Pay zum Bezahlen an den Kassen eingesetzt werden. Außerdem können Fitness-Informationen wie Herzfrequenz gesammelt werden.

Die Preise für die Edelstahl-Variante beginnen in Europa ab 649 Euro und gehen - je nach Auswahl des Armbands - bis 1.249 Euro. Die günstigste "Sport"-Variante in einem Aluminium-Gehäuse gibt es ab 399 Euro für die kleinere Ausführung mit dem 38 Millimeter großen Display. Die größere Version mit 42 Millimetern kostet 50 Euro mehr.

Testgeräte für ausgewählte Medien

Punkt 14 Uhr wurden die ersten Besprechungen der Apple-Watch am Mittwoch veröffentlicht. Apple hat ausgewählte Medien wie die New York Times, The Verge, Bild- Zeitung und Spiegel Online mit Testgeräten versorgt.

"Design, Material und Verarbeitung der Apple Watch sind makellos"

Matthias Kremp von Spiegel Online zeigt sich durchaus angetan: "Design, Material und Verarbeitung der Apple Watch sind makellos". Kritik gibt es an der Akkulaufzeit, und Preis. Auch die fehlenden Apps werden bemängelt, da "die Apple Watch ihr Potenzial erst ausspielen" kann, wenn es mehr als die paar Drittanbieter-Apps gibt. "Denn die Apple Watch ist ebenso wenig eine Armbanduhr wie ein Smartphone eine Taschenuhr ist."

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Die Apple Watch im Einsatz.

Die Inbetriebnahme und die Verbindung mit dem iPhone ist nicht "sonderlich kompliziert", so Spiegel Online.

"So schlecht und verrauscht"

Im Test für die deutsche Bild-Zeitung betont Reporter Sven Stein vor allem die gute Bedienbarkeit der Apple Watch: Die Steuerung sei zwar nicht intuitiv, lasse sich aber leicht erlernen. Ihn überzeugt auch die "taptic engine", die den Nutzer durch leichte Vibration über Benachrichtigungen informiert. Die Apple Watch tippe "nicht nervig, sondern sanft" aufs Handgelenk, so Stein. Weniger positiv sei der integrierte Lautsprecher zum Telefonieren, der "so schlecht und verrauscht" sei, dass man ihn eigentlich nicht benutzen könne. Insgesamt sei die Apple Watch eine "tolle, aber extrem teure iPhone-Ergänzung", schließt die Bild.

"Sehr Langsam"

Nitay Patel von The Verge beschwert sich vor allem darüber, dass die Apple Watch "sehr langsam" sei: Teilweise dauere es zu lange, bis Apps geladen sei. Das Problem trete vor allem bei Anwendungen von Drittentwicklern, etwa Uber, auf. Außerdem sei die Apple Watch erstaunlich schwer – was aber nur jenen auffalle, die sonst keine Uhren tragen. Insgesamt sei Apple wohl die beste und jedenfalls schönste Smartwatch gelungen, erklärt TheVerge.

Das Problem sei allerdings, dass Apple überambitioniert sei und die Apple Watch daher "alles ein bisschen, aber nichts richtig gut" könne. Deshalb vergibt das Magazin auch nur sieben von zehn möglichen Punkten. Noch nicht ganz überzeugte Interessenten sollten jedenfalls warten, bis sich der Sinn und Nutzen einer Smartwatch klarer herauskristallisiere.

Der Apple Watch verfallen

Nach drei Tagen war Farhad Manjoo von der New York Times der Apple Watch verfallen. Er umschreibt seine Erfahrung in blumigen Worten. "Die Uhr wurde so etwas wie eine natürliche Verlängerung meines Körpers – ein direkter Link, auf eine zuvor nie gefühlte Weise, von der digitalen Welt in mein Gehirn."

Dabei spielt er darauf an, dass ihn die Smartwatch von seiner selbst diagnostizierten Smartphone-Sucht erlöste, was auch von seinem Umfeld positiv angemerkt wurde. Die Befürchtung, dass das teure Gerät nur ein weiteres, lästiges Display sein würde, war nicht eingetreten.

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Apps der Apple Watch.

Perfekt ist sie allerdings nicht. Die Lernkurve ist steil, die Einarbeitung in das "ursprünglich komplex wirkende" Interface könnte so manchen Nutzer abschrecken. Dass man die Smartwatch auspackt und einfach loslegt, darf man nicht erwarten. Sie besitzt zwar einen Touchscreen, unterscheidet sich in der Bedienung aber trotzdem fundamental vom iPhone, mit dem sie verbunden ist.

Früchte

Von diesem vermag sie zwar zu befreien, aber nicht zu erlösen. Wer etwa Nachrichten beantworten möchte, muss mangels Onscreen-Tastatur auf vorgefertigte Repliken zurückgreifen – oder eben doch das Telefon zücken. Trotzdem beweist sie, dass das Bestreben der Tech-Branche, Wearables zu etablieren, wohl bald Früchte tragen wird.

Auch, wenn ein Teil ihres Potenzials erst durch Dritthersteller-Apps erweckt werden muss, zeigt sie durch ihre Grundfunktionen – von der zeitgerechten Anzeige von Benachrichtigungen und Terminen bis zur Bezahlfunktion – dass die Bemühungen der Tech-Branche, Wearables als festen Bestandteil des Marktes zu etablieren, wohl bald Früchte tragen wird.

"Aus einer technologischen Perspektive"

"Aus einer technologischen Perspektive ist die Apple Watch eine Erweiterung des iPhones. Und wie das Smartphone verändert sie deine Gewohnheiten", heißt es in dem Bericht des US-Blogs Recode.

Der Akku der Smartwatch hält demnach gut einen Tag lang durch - wie von Apple zugesagt. "Die Batterie war zum Schlafgehen abends fast leer, insbesondere wenn ich sie für Sportübungen eingesetzt habe", schrieb Geofferey A. Fowler, im "Wall Street Journal". (fsc, sum, gpi, 8.4. 2015)

  • Mit der Apple Watch will Apple die Uhrenbranche durcheinanderwirbeln.
Gut zwei Wochen vor dem Marktstart von Apples Computeruhr sind die ersten Testberichte zum neuen Gerät erschienen. In den Testberichten wird durchgängig die hohe Verarbeitung der Uhr sowie die Qualität der Software gelobt, die das häufige Nachschauen auf dem iPhone erspare.
    ap

    Mit der Apple Watch will Apple die Uhrenbranche durcheinanderwirbeln.

    Gut zwei Wochen vor dem Marktstart von Apples Computeruhr sind die ersten Testberichte zum neuen Gerät erschienen. In den Testberichten wird durchgängig die hohe Verarbeitung der Uhr sowie die Qualität der Software gelobt, die das häufige Nachschauen auf dem iPhone erspare.

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