Ö1-Reform: Radiodirektor sieht Kultur, Info, Wissenschaft als "Gewinner"

8. April 2015, 14:29
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Interne Berechnungen indes: Reform koste etwa Wissenschaft 125 Minuten im Monat

Wien - Mehr Wortanteil und weniger Musik soll die für Herbst geplante Programmschemareform beim ORF-Radio Ö1 bringen. Das sagte Radiodirektor Karl Amon der APA. "Wir haben einen sehr guten Entwurf. Jetzt folgt der Feinschliff."

Über erste Details dieses Programmentwurfs berichtete in der Vorwoche DER STANDARD. So soll künftig auf das "Mittagsjournal" eine einstündige Talk-Strecke folgen, die Diskursformate wie "Von Tag zu Tag" ersetzen soll. Jeweils freitags läuft nach den kolportierten Plänen statt der Wissenschaftssendung "Dimensionen" das derzeit am Sonntagspätabend platzierte Computermagazin "Matrix" sowie einmal im Monat das seit langem angekündigte Ö1-Medienmagazin. Das "Journal um 8" wird demnach auf 20 Minuten verlängert, das Journal um 6 Uhr sowie das "Nachtjournal" werden gekürzt. Weniger Zeit soll es auch für die Literatursendungen vor dem "Mittagsjournal" geben.

Wissenschaft in neuen "Gefäßen"

Aber vor allem die Wissenschaft würde durch die Reform Sendezeit verlieren, hieß es im STANDARD. Der Entwurf sehe "etwas" weniger Wissenschaft vor, aber wissenschaftliche Themen würden dafür in anderen Sendegefäßen Platz finden, erklärt Radiodirektor Amon dazu.

"Es gibt drei Gewinner: Kultur, Information und Wissenschaft", sagt Amon und begründet das so: Der Wortanteil werde etwas ansteigen, wovon alle Genres profitieren würden. Ö1 stehe derzeit bei einem Wort-Musik-Verhältnis von etwa 49 zu 51 Prozent. Nach der Reform werde es bei 50 zu 50 liegen. In den nächsten Wochen müsse nun der "Feinschliff" am neuen Sendeschema gemacht werden, so Amon. Danach braucht es noch die Zustimmung des ORF-Stiftungsrats. On air gehen soll die Programmreform nach dem Sommer im September oder spätestens Oktober. (APA, 8.4.2014)

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