Sie fahren gerne Auto? Sorry, Sie sind Feministin

10. April 2015, 11:21
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Comedian Katie Goodman hat eine Nachricht für Björk und Katy Perry, feministisches Hochzeitsmagazin am Start und Kritik am BMI als Maßstab

Kritik an Frankreichs Kampf gegen Schönheitsideale: Die mädchenmannschaft.net beschäftigte sich diese Woche mit einem Gesetzesartikel, der Models mit einem zu niedrigen Body-Mass-Index (BMI) von den Laufstegen verbannen soll. Die französische Nationalversammlung stimmte kürzlich für diesen Gesetzesartikel. Das sei kein ernsthafter Versuch, Frauen mit Essstörungen zu helfen, heißt es auf mädchenmannschaft.net. Ein solches Gesetz würde dünne Frauen stigmatisieren, und damit sei jenen, die wirklich Unterstützung brauchen, nicht geholfen. Zudem sei einmal mehr der BMI als Maßstab für Wohlbefinden und Gesundheit zu hinterfragen, schreibt die Autorin: "Es gibt zahllose junge Menschen, die einen medizinisch perfekten BMI haben und trotzdem ein problembehaftetes Verhältnis zu ihrem Körper und zu Essen haben – so problembehaftet, dass ihr Alltag und ihr Leben eingeschränkt sind."

Feministisches Hochzeitsmagazin? Mit Schwärmereien für schablonenhafte Romantikideale haben Feministinnen wenig am Hut. Zu starr sind darin die Geschlechterrollen, wer welchen Part übernehmen, wer wie begehren soll. Auch Hochzeitsmagazine kennen wenig Spielraum, wie das große Glück in Szene zu setzen ist: weiß, heterosexuell, gut situiert und sehr attraktiv. Ein feministisches Hochzeitsmagazin will mit diesen Einseitigkeiten Schluss machen. Das Magazin "Catalyst" will dem Umstand gerecht werden, dass in den USA in 36 Staaten auch Lesben und Schwule heiraten dürfen und dass viele Paare bereits Kinder haben, wenn sie heiraten. Ein Teil dieses Medienprojekts kann im Catalyst's Blog begutachtet werden.

Ganz brauchbarer Star-Feminismus: Julia Korbik, Autorin von "Stand Up. Feminismus für Anfänger und Fortgeschrittene", fragt sich in einem Gastbeitrag, ob wir "Celebrity-Feministinnen à la Beyoncé überhaupt brauchen". Sie schreibt darüber dort, wo dieser "Celebrity-Feminismus" sehr gern aufgegriffen wird: in einem Mode-Lifestyle-Magazin, "This Is Jane Wayne". Korbik teilt ein Stück weit die Position der Autorin Roxane Gay, die die marktkonforme Verpackung kritisiert, derer sich Celebritys für Feminismus bedienen. Und trotzdem freut sich Korbik über jeden Star, der sich mit der Bewegung identifiziert, schreibt sie. Celebrity-Feminismus könne ein bisschen wie eine Einstiegsdroge wirken: Von markigen Sprüchen wie "Ich bin die größte Feministin der Welt!" (Miley Cyrus) wäre demnach der Weg zu Gloria Steinem und Simone de Beauvoir nicht mehr allzu weit.

Sorry Babe, You're a Feminist: Und dann gibt es doch noch die vielen Aussagen berühmter und ziemlich emanzipierter Frauen, die öffentlich meinen: Feministin? Ich? Bestimmt nicht. Sei es Björk, Katy Perry, Demi Moore oder Kaley Cuoco. Comedian Katie Goodman sieht das etwas anders. "Du wählst gern? Du fährst gern Auto? Sorry Babe, You're a Feminist!", lässt sie die Frauen wissen. Goodman versteht einfach nicht, was denn so schrecklich verwirrend an dem Wort "Feminismus" sei, das schlichtweg eine Person beschreibe, die an die wirtschaftliche, politische und soziale Gleichstellung der Geschlechter glaube, und liefert eine sehenswerte musikalische Nachhilfe.

katiegoodman

dieWochenschau versammelt einige feministische Debatten und Ereignisse der vergangenen Woche, die in Blogs, sozialen Medien oder anderen Zeitungen aufgetaucht sind.

  • Die isländische Sängerin Björk sieht sich nicht als Feministin. Stimmt so nicht, sagt Comedian Katie Goodman.
    foto: reuters/lucas jackson

    Die isländische Sängerin Björk sieht sich nicht als Feministin. Stimmt so nicht, sagt Comedian Katie Goodman.

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