Immofinanz: Aktionäre sollen CA-Immo-/O1-Offert ablehnen

8. April 2015, 13:56
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Preis nicht angemessen - Kontrolle wird befürchtet

Wien - Vorstand und Aufsichtsrat der börsennotierten Immobilienfirma Immofinanz halten den Preis des Teilangebots der CA Immo und O1 für "nicht angemessen" und empfehlen ihren Aktionären, dieses nicht anzunehmen. Auch die Mitglieder der beiden Unternehmensorgane würden ihre Anteile "selbstverständlich" nicht abgeben, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens am Mittwoch.

"Das Angebot trägt dem Interesse aller Aktionäre der Immofinanz nicht angemessen Rechnung" schreibt das Unternehmen. Dazu gebe es eine Stellungnahme (Fairness Opinion) von Victoriapartners.

Der Angebotspreis von 2,80 Euro liege rund 36,4 Prozent unter dem EPRA NAV (Net Asset Value nach European Public Real Estate Association) und nur knapp über dem aktuellen Kurs. Dabei beeinflusse die derzeitige Sondersituation des Immobilienportfolios in Russland die Immofinanz-Aktie "in besonderer Weise negativ". Aber selbst bei einer Bewertung des Russland-Geschäfts (NAV) mit Null, läge der Angebotspreis immer noch um 25 Prozent unter dem EPRA-NAV.

Die Immofinanz befürchtet, dass die Bieter künftig Beschlüsse, die eine Dreiviertelmehrheit brauchen, etwa Kapitalmaßnahmen unter Bezugsrechtsausschluss, blockieren könnten. Damit gäbe es die "Gefahr einer faktischen Kontrollerlangung ohne übernahmerechtliche Angebotspflicht". Da im Schnitt der letzten fünf Hauptversammlungen nur 26,62 Prozent des Grundkapitals anwesend waren, könnten die Bieterinnen eventuell durch einen weiteren Beteiligungsausbau sogar "eine relative Stimmenmehrheit in der Hauptversammlung erreichen und dadurch faktische Kontrolle bei Beschlussfassungen mit einfacher Stimmenmehrheit in der Hauptversammlung erlangen" - immer noch ohne übernahmerechtliche Angebotspflicht. Dadurch könnte sich die Position der Immofinanz am Kapitalmarkt verschlechtern, institutionelle Investoren könnten ihr Interesse verlieren.

Immofinanz hat Deloitte zum Sachverständigen bestellt und lässt sich im Zusammenhang mit dem Angebot durch Victoriapartners und bpv Hügel beraten. (APA, 8.4.2015)

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