38 Milliarden Euro: Vivendi soll sich für Sky-Übernahme interessieren

8. April 2015, 13:29
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Französische Canal-Plus-Mutter verneint konkrete Übernahmepläne für Murdochs Pay-Riesen

London/Paris - Der französische Medienkonzern Vivendi liebäugelt Insidern zufolge mit einer Übernahme des britischen Bezahlsenders Sky. Mit einem Kauf könnte das Pariser Unternehmen seine eigene Fernsehgruppe Canal Plus zu einer europaweiten Pay-TV-Größe ausbauen.

Gegenüber Bloomberg verneinte Vivendi konkrete Übernahmepläne für Sky. Zugleich sagte ein Sprecher, man sehe Sky als "eine von vielen Möglichkeiten" für die Expansion von Canal Plus. Am Donnerstag sagte Vivendi-Chef Arnaud de Puyfontaine der "Financial Times": Man wolle weder die Muttergesellschaft von Sky Deutschland noch das britische Fernsehunternehmen ITV kaufen.

38,4 Milliarden

Eine solche Expansion dürfte Vivendi bis zu 28 Milliarden Pfund (38,4 Milliarden Euro) kosten. Das sagten drei Personen, die mit den nach ihren Angaben noch nicht weit gediehenen Überlegungen vertraut sind, der Nachrichtenagentur Reuters.

Murdoch und Bollore

Eine Fusion brächte zwei mächtige Manager zusammen: Rupert Murdochs 21st Century Fox ist Haupteigner von Sky, bei Vivendi hat der französische Großunternehmer Vincent Bollore das Sagen.

Europäischer Pay-Riese

Erst im vergangenen Jahr erreichte Murdoch sein seit langem verfolgtes Ziel, seine europäischen Fernsehgeschäfte in einem Unternehmen zusammenzufassen: Großbritanniens Pay-TV-Primus BSkyB kaufte den überwiegenden Teil von Sky Deutschland und Sky Italien. Die unter dem Namen Sky vereinte Gruppe betreibt auch Sender in Irland und Österreich und soll neue Wachstumsmärkte erschließen. Beobachter sahen schon damals den Zusammenschluss als Vorbereitung für einen späteren Verkauf.

Sky hat den Insidern zufolge einen Marktwert von 17,6 Milliarden Pfund, der Preis könne inklusive Schulden aber deutlich steigen. Ins Visier von Vivendi geriet Sky laut Insidern, nachdem der französische Konzern zunächst ein Auge auf kleinere Pay-TV-Firmen unter anderem in der Türkei und auf anderen europäischen Boommärkten geworfen hatte.

Kerngeschäft Canal Plus

Eine Übernahme des britischen Unternehmens sei aber nur eine von mehreren Optionen, um das Wachstum des Konzerns voranzutreiben, hieß es. Letztlich darüber entscheiden werde Vivendi-Aufsichtsratschef Bollore, der stets ein besonderes Augenmerk auf die Zukunft von Canal Plus als Kerngeschäft von Vivendi lege. Sämtliche Unternehmen lehnten eine Stellungnahme ab. An der Börse legten Vivendi-Aktien 0,7 Prozent zu, Sky-Papiere gewannen 1,5 Prozent.

Gebot für Videoportal Dailymotion

Diese Woche hat Vivendi dem Telekomriesen Orange 217 Millionen Euro für 80 Prozent am Videoportal Dailymotion geboten. (APA, Reuters, 8.4.2015)

  • Unternehmer und Investor Vincent Bollore kontrolliert Vivendi.
    foto: reuters/philippe wojazer

    Unternehmer und Investor Vincent Bollore kontrolliert Vivendi.

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