Was man in der SAP-Branche verdient

8. April 2015, 13:00
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Die SAP-Gehaltsstudie mit guten Neuigkeiten für die Branche: Gehälter sind gestiegen, die Zufriedenheit ist hoch

Wer als SAP-Spezialist arbeitet, kann sich glücklich schätzen. Denn in der aktuellen SAP-Gehaltsstudie, durchgeführt von der jobs Personalberatung, kommt heraus, dass die Gehälter fast aller untersuchten SAP-Positionen gegenüber dem Vorjahr zugelegt haben.

Freelancer ganz oben

Die Topverdiener 2015 im SAP-Bereich sind Freelancer. Sie haben ein durchschnittliches Gehalt von 110.000 Euro - nicht vergessen darf man hier allerdings die fehlenden Sozialleistungen bei Krankenstand und Arbeitslosigkeit. Obwohl sie die Skala anführen, hat der Bruttoverdienst in dieser Position deutlich nachgelassen - im Schnitt ein Minus von 15 Prozent. Erst mit großem Abstand folgen SAP-Teamleiter und Vertriebsmitarbeiter (beide 95.000 Euro). Reine Support-Mitarbeiter und Junior-Consultants sind - wie jedes Jahr - am Ende der Gehaltsliste (51.000 bzw. 44.000 Euro).

Hintergrund zu den Befragten

Seit 2007 führt jobs Personalberatung regelmäßig SAP-Gehaltsstudien durch. Die Studie wurde Online mittels eines Selbstausfüller-Fragebogens durchgeführt und an 2.191 SAP-Spezialisten versendet. 2015 konnten fast 300 Gehaltsprofile analysiert werden - die Rücklaufquote von knapp 13 Prozent könne als Basis für eine aussagekräftige Studie gelten, schreiben die Studienautoren.

Die Teilnehmer waren mit 87,1 Prozent großteils männlich - gegenüber 2014 kein merklicher Unterschied. Auch beim Durchschnittsalter der Teilnehmer hat sich zu 2014 nicht viel verändert, es ist nur um zwei Jahre höher - bei den Frauen liegt das durchschnittliche Alter bei 40 Jahren, bei den Männern bei 42.

Deutlicher Anstieg in Beratung und Consulting

In welcher Branche muss man tätig sein, um gut zu verdienen? Die Durchschnittsgehälter im SAP-Beratungsbereich (Branche Beratung und Consulting) sind im Branchenvergleich voran: 89.731 Euro werden hier im Jahr 2015 durchschnittlich bezahlt (2014 waren es 82.281 Euro). Danach kommen Branchen mit SAP-Anwenderfirmen wie Transport und Verkehr (84.656 Euro gegenüber 71.413 im Vorjahr), Elektro/Elektrotechnik oder Chemie (hier ist das Gehalt von 91.077 auf 81.414 Euro deutlich zurückgegangen).

Spezialmodule am gefragtesten

Gut verdient natürlich auch, wer gefragte Module beherrscht: Am gefragtesten sind laut jobs Personalberatung Kenntnisse in Spezialmodulen und –lösungen (zum Beispiel SEM, AM, IM, LE, CS, WF, SCM) – hier ist die Bezahlung hoch und das Spezialistenangebot niedrig.

Weniger Gehalt für Frauen

Das Durchschnittsgehalt von Frauen liegt fast 14 Prozent unter dem der Männer. Dieser Unterschied ist gegenüber den Vorjahren immerhin deutlich geringer geworden, heißt es in der Studie. Der deutliche Unterschied kann aber auch an der viel geringeren Anzahl an weiblichen Teilnehmerinnen liegen.

Gute Stimmung

Die Stimmung ist großteils positiv: 72 Prozent sind mit dem Gehalt zufrieden oder überdurchschnittlich zufrieden - ein deutlicher Anstieg zur Studie 2014. Wie auch im letzten Jahr dürfte die Zufriedenheit stark mit dem guten Verdienst stehen. Neben der Gehaltszufriedenheit werden auch die eigenen Karriereperspektiven positiv eingeschätzt: 41 Prozent sehen positive Aufstiegschancen, weiter 52 Prozent sehen ihre Zukunft neutral. Trotz dieser guten Grundstimmung bedeuten die Zahlen leichte Einbuße im Vergleich zu 2014.

Der ideale SAP-Experte,...

Ausgehend von der Befragung erstellt die jobs Personalberatung in ihren Gehaltsstudien auch immer ein Idealprofil. Der ideale SAP-Experte ist laut Studienautoren demnach "Freelancer oder SAP-Teamleiter in einer SAP-Anwendungsfirma in der Branche Transport & Verkehr oder Elektro/Elektrotechnik mit 500 bis 1000 Mitarbeitern - oder Consultant in einer SAP-Beraterfirma. Er hat ein Kolleg besucht oder verfügt über einen postgradualen Studienabschluss, mehr als 10 Jahre Berufs- und SAP-Erfahrung und verbringt mindestens 80 Prozent seiner Arbeitszeit im Außendienst. Der Firmenstandort sollte Wien oder Niederösterreich sein. Er oder sie ist fit in vielen, auch speziellen Modulen und übernimmt unbedingt Personalverantwortung. Dafür wünscht er oder sie sich neben einem guten Arbeitsklima, eigenständiger Arbeitsweise und fachlicher Herausforderung auch ein gutes Basisgehalt sowie angenehme Arbeitszeiten und Urlaubsregelungen." (lhag, derStandard.at, 8.4.2015)

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