Imageschaden: Apple will keine Warteschlangen bei Verkaufsstarts

8. April 2015, 09:32
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Bilder von stundenlang wartenden Fans sollen der Vergangenheit angehören, so ein internes Memo

Es scheint bei jeder Markteinführung eines neuen Apple-Produkts unvermeidlich: Hunderte Menschen warten vor dem Apple-Store, um unter den ersten Käufern des neuen iPad, iPhones oder Macs zu sein. Manche Fans sollen in der Vergangenheit sogar tagelang vor den Geschäften campiert haben. Das soll künftig nicht mehr vorkommen: In einem internen Memo, das von Business Insider veröffentlicht wurde, kündigt Apple-Managerin Angela Ahrendts eine "neue Herangehensweise" beim Verkaufsstart neuer Produkte an.

Kein Verkauf in Shops

Mitarbeiter der Apple Stores sollen potenzielle Kunden künftig darauf hinweisen, dass das Bestellen im Onlineshop die bequemste und einfachste Variante ist, um an das begehrte Produkt zu gelangen. In Großbritannien soll die Apple Watch beispielsweise gar nicht mehr in den physischen Stores verkauft, sondern nur mehr hergezeigt werden. Kunden können die Apple Watch ausprobieren und dann gemeinsam mit einem Mitarbeiter eine Online-Bestellung vornehmen. In den USA wird die Smartwatch zwar auch in den Geschäften erhältlich sein, aber auch hier sollen Mitarbeiter auf den Onlineshop hinweisen.

Lieferprobleme

Über die Gründe für den Umschwung kann nur spekuliert werden, die Motivation für die Änderung geht aus dem internen Memo nicht hervor. Neben der Vermeidung eines Schwarzmarktes kommen zwei mögliche Argumente in Betracht: Einerseits gab es zum Start des iPhone 6 einige Lieferschwierigkeiten, was zu frustrierten Kunden führte. Die Marke Apple schädigt dann besonders, wenn Menschen extra den Store aufsuchen, um dann wieder abgewiesen zu werden. Beim Onlinebestellen erhalten die Kunden immerhin Benachrichtigungen über die Lieferdetails und verschwenden keine Zeit mit Fußwegen. Auch für Apple ist der Onlineverkauf logistisch einfacher zu bewältigen.

Zweischneidig

Gleichzeitig sind die Warteschlangen imagetechnisch immer auch zwiespältig gesehen worden: Einerseits war die Aufregung rund um Apple dadurch sichtbar, andererseits wirkten die Fanmassen auf andere potenzielle Kunden obsessiv und lächerlich. Im Netz hieß es teilweise sogar hämisch, Apple müsse die campierenden Fans bezahlt haben. Die für den Verkauf von Apple-Produkten zuständige Angela Ahrendts, die nun auch die neue Marschrichtung vorgegeben hat, dürfte kein Fan der Warteschlangen sein. Sie war zuvor bis letztes Jahr bei Burberry tätig; Apple hat sie abgeworben, um seine Produkte noch stärker im gehobenen Segment anzusiedeln. (fsc, 8.4.2015)

  • Lange Warteschlangen - wie bei der iPhone 6-Einführung in Berlin - sollen künftig der Vergangenheit angehören
    foto: ap/sohn

    Lange Warteschlangen - wie bei der iPhone 6-Einführung in Berlin - sollen künftig der Vergangenheit angehören

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