Gabalier und die Instrumentalisierung

7. April 2015, 18:32
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Niederösterreichs FPÖ-Chef Höbart provoziert mit "Charlie Hebdo"-Vergleich, Volksmusiker distanziert sich

Wien – Provokante Aussagen ist man von Christian Höbart gewohnt. Im Vorjahr bezeichnete der niederösterreichische FPÖ-Chef Asylwerber in Traiskirchen als "Erd- und Höhlenmenschen". 2012 schlug er vor, Jugendliche sollten Schnupperhaft nehmen, um den Alltag im Gefängnis kennen zu lernen. Am Osterwochenende sorgte Höbart erneut für Wirbel. Seitdem ziert sein Facebook-Profil eine Österreich-Flagge mit der Aufschrift "Je suis Gabalier".

foto: screenshot

Damit bezieht er sich auf den Slogan "Je suis Charlie" ("Ich bin Charlie"), der nach dem Anschlag auf das französische Satiremagazin "Charlie Hebdo" entstand. Der Spruch wurde in den sozialen Netzwerken millionenfach geteilt, um Solidarität mit den Ermordeten zum Ausdruck zu bringen. Gabalier hatte vergangene Woche bei der Verleihung des Amadeus-Musikpreises gemeint, man habe es "als Manderl, das auf Weiberl steht, nicht leicht in dieser Welt".

Grüne Kritik

Höbart bezieht sich mit seinem Vergleich auf die Verteidigung der Meinungsfreiheit. Auf Facebook, Twitter und darüber hinaus erntete er dafür viel Kritik. "Geschmacklos" nannte die Aktion etwa der grüne Europaabgeordnete Michel Reimon. "Dieser Vergleich passt in eine lange Reihe von inakzeptablen Aussagen."

Gabalier geht auf Distanz

Während Höbart für eine Stellungnahme nicht erreichbar war, ließ Gabalier schriftlich wissen: "Ich möchte ich mich ganz klar distanzieren! Weiß nicht woher das kommt! Ich kann das Internet auch nicht täglich auf Alles und Jeden durchforsten der sich irgendwo mit meinem Namen schmückt!".

Damit könnte auch Heinz-Christian Strache gemeint sein, der zuvor erneut seine Zugehörigkeit zum Gabalier-Fanclub beschwor: "Die Mehrheit steht hinter ihm. Sie steht zu Meinungsfreiheit und auch Normalität!", twitterte der FPÖ-Obmann. (smo, DER STANDARD, 7.4.2015)

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