SOS-Kinderdorf fordert mehr Therapieplätze

7. April 2015, 16:00
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Die Organisation schätzt, dass 60.000 bis 80.000 Therapieplätze für Kinder fehlen

Wien - "Es ist inakzeptabel und beschämend, dass Kinder auf Therapie warten müssen. Investitionen in die Gesundheit der Eltern und Kinder sind echte Investitionen in die Zukunft - hier ist die Politik eindeutig gefordert", sagt Susanne Maurer-Aldrian, Geschäftsleiterin von SOS-Kinderdorf Region Süd.

Lange Wartelisten und Selbstbehalte würden für viele Familien enorme Hürden darstellen. Dabei leiden der Hilfsorganisation zufolge gerade Kinder und Jugendliche aus psychosozial belastetem Umfeld vermehrt an psychiatrischen Erkrankungen und Entwicklungsstörungen.

Nachholbedarf

"Es ist erfreulich, dass es in Wien mittlerweile sechs Kassenordinationen für Kinder- und Jugendpsychiatrie gibt. Trotzdem ist die Versorgungslücke in unserem Fach groß und noch weit von dem entfernt, was Familien in Deutschland oder der Schweiz zur Verfügung steht. Speziell das Angebot an multiprofessionell besetzten Ambulatorien ist nur in wenigen Bundesländern vorhanden und sollte ausgebaut werden", ergänzt Christian Kienbacher, ärztlicher Leiter des Ambulatoriums für Kinder- und Jugendpsychiatrie vom SOS-Kinderdorf Wien-Floridsdorf.

Während rund 20 Prozent aller Kinder und Jugendlichen in Österreich laut SOS Kinderdorf mit Entwicklungsstörungen kämpfen, liegt dieser Wert bei Kindern aus Familien, die von der Kinder- und Jugendhilfe unterstützt werden, bei 80 Prozent. Die Organisation schätzt, dass 60.000 bis 80.000 Therapieplätze fehlen. (APA, red, 7.4.2015)

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