Bei Gruppenentscheidungen sind Frauen ehrlicher als Männer

11. April 2015, 11:56
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Würfelversuche zeigten: Männer neigen eher zur Schummelei

Regensburg - Frauen sind in Gruppen ehrlicher als Männer - das ist das Ergebnis eines Experiments von Ökonomen der Universitäten Regensburg und Hamburg. Sie waren der Frage nachgegangen, welches der beiden Geschlechter in bestimmten Situationen durchschnittlich eher die Unwahrheit sagen. Gerade in der Politik oder in Unternehmen würden Entscheidungen oft in Gruppen getroffen, erklärte der Regensburger Wirtschaftsprofessor Andreas Roider. Die Ergebnisse entsprechen damit ganz und gar nicht den gängigen Klischees.

"Bei Frauen verstärkt sich in der Gruppe offensichtlich die Ehrlichkeit, bei Männern das Lügen." Bei dem Experiment sollten 228 Studenten alleine oder zu zwei würfeln und ihre Ergebnisse schriftlich festhalten. Pro Augenzahl erhielten sie einen Euro; bei der Zahl sechs gab es nichts. Während bei der Einzelstudie keine nennenswerten Abweichungen auftraten, gab es deutliche Unterschiede bei den Teams, in denen einer würfelte und dann gemeinsam das Ergebnis notiert wurde.

Die rein männlichen Zweierteams hatten nach eigenen Angaben im Schnitt eine Auszahlungsquote von 4,0 Euro. Die gemischten Gruppen mit je einem Mann und einer Frau meldeten ein Ergebnis von 3,71 Euro. Die reinen Frauenteams gaben als durchschnittliches Ergebnis 2,74 Euro an. Statistisch gesehen hätten die reinen Frauengruppen - im Gegensatz zu den Männern - nicht gelogen, erläuterte Roider. (APA/red, derStandard.at, 11.4.2015)


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Süddeutsche Zeitung: "Wenn schon betrügen, dann richtig" - Interview mit Andreas Roider

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