Puder und Perücke oder: Im Westen nichts Neues?

7. April 2015, 16:40
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Das Dynamo-Festival in Dornbirn bringt Livekonzerten samt Partys und Einblicke in die Musikbranche

Quer durch den Popgemüsegarten bestellt das Dynamo-Festival in Dornbirn gleich mehrere Felder: Zu Livekonzerten samt Partys mit VJs kommen Einblicke in die Musikbranche. Mit Letzteren startet die dreitägige Veranstaltung am Donnerstag, wobei die Vorträge, Diskussionen und Workshops in Kooperation mit dem Wiener Waves-Festival sowie Mica-Music-Austria im Spielboden über die Bühne gehen.

Zur Sprache kommen ökonomische, juristische und soziale Fragen, die das Geschäft mit der Musik betreffen. Der Konzertreigen beginnt am Freitag mit dem Wiener Duo Leyya, das elektronische Beats mit akustischen Instrumenten und melancholischer Stimme kurzschließt. Gleich zwei Combos waren bei der Österreich-Vorentscheidung zum Song Contest vertreten: Seit 2013 macht der Wiener Akustikvierer Dawa ruhigen, reduzierten Folkpop.

Die zweite Combo beim Dynamo, die sich um den Österreich-Startplatz beim ESC bemühte, ist am Samstag (18.30) auf dem Marktplatz zu hören: Johann Sebastian Bass verbindet unter dem Label Elektrokoko Barock-Pomp samt Chören und Cembalo mit tanzbarem Electropop, in seinen Videoclips rehabilitiert das Trio auch weiße Perücken, Puder, Pudel und Gehrock. Weiters u. a. finnischer Rap mit Noah Kin, der Wiener Elektroniker mit Hang zu avanciertem Jazz und Hip-Hop Dorian Concept alias Oliver Johnson, der in Triobesetzung das Ninja-Tune-Album Joined Ends vorstellt. Darüber hinaus fehlt auch die derzeit fleißigste, weil wohl meistgebuchte heimische Combo nicht - das kann nur Wanda sein: Amore in Bologna, stehengelassene Weinflaschen, Weltschmerz, die Jelinek, ein bisserl Falco und The Clash - und alles mit sarkastisch-dadaistischem Schmäh gewürzt. (dog, DER STANDARD, 8.4.2015)

9.-11.4., Dornbirn Spielboden, Marktplatz, Rhomberg Areal, 05572/219 33, 16.00

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