Das beste Stück ... nachgefragt bei Sandra Gugic

Kolumne13. April 2015, 09:56
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Michael Hausenblas fragt die Schriftstellerin Sandra Gugic, warum ihr diese Kulis ganz besonders wichtig sind

"Vor allem in den letzten Jahren, in denen ich zwischen Wien und Berlin gependelt bin - ich nenne das im Übrigen ,Prekariatsjetset' - habe ich versucht, mich von materiellen Dingen zu lösen. Als ich an meinem ersten Roman Astronauten gearbeitet habe, hat mir eine Freundin für meine Notizen unterwegs zwei silber-neonfarbene Parker-Jotter-Kugelschreiber geschenkt. Zu dieser Zeit habe ich gerade John Steinbecks Tagebuch eines Romans gelesen. Darin beschreibt er unter anderem die Routine, mit der er vor dem täglichen Arbeitsbeginn seine Bleistifte gespitzt und zurechtgelegt hat, Bleistifte einer bestimmten Marke und Härte.

Steinbeck hatte die Plots zu seinen Romanen von Anfang an ziemlich genau im Kopf. Davon war ich weit entfernt. Aber manche Gedanken und Zweifel in Steinbecks Werktagebuch schienen mir vertraut oder manchmal auch tröstlich. Vielleicht wurden die Parker Jotter mein Äquivalent (zu Steinbecks Bleistiften), nachdem sie mich während des Schreibens bis heute als Konstante auf meinen Reisebewegungen und in meinen Gedankenbewegungen begleiten." (Michael Hausenblas, Rondo, DER STANDARD, 10.4.2015)

Sandra Gugic veröffentlichte vor kurzem ihren ersten Roman "Astronauten" im Verlag C. H. Beck.

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    foto: nathan murrell
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