Besser arbeiten: Zehn Tipps von Googles Personalchef

17. Oktober 2015, 09:29
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Laszlo Bock gibt Ratschläge an Führungskräfte und Angestellte

IT-Riese Google gilt als einer der besten Arbeitgeber der Branche und ist dementsprechend der Traumarbeitsplatz für viele Bewerber. Hauptverantwortlich für die Personalpolitik des Konzernes ist Laszlo Bock, der die Geschicke der "People Operations" lenkt, wie der Bereich auf Googles Homepage ausgewiesen wird.

Er hat nun den Ratgeber "Work Rules!" verfasst, der Anfang April erschienen ist. Der Guardian hat zehn "Gebote" für Führungskräfte und Angestellte aus dem Werk zusammengefasst.

Der Arbeit Bedeutung geben

Es sei wichtig, schreibt Bock, dem eigenen Beruf mit einem höheren Wert oder einer Idee zu verknüpfen, die über die alltägliche Arbeit hinausreicht. Auch als Installateur könne man sich bewusst machen, dass man einen Beitrag dazu leiste, die Lebensqualität der Menschen zu verbessern. Was man tut, solle für einen selbst Bedeutung haben.

Vertrauen

Transparenz und Ehrlichkeit sind wichtig für den Umgang mit eigenen Mitarbeitern, die Mitsprache bei der Ausgestaltung ihrer Arbeit haben sollten. Ein Postkasten für Anregungen, die auch tatsächlich gelesen würde, könne Wunder wirken. Und wer einen Kleinbetrieb leite, sollte seine Mitarbeiter regelmäßig fragen, was sie verändern würden. Denn immerhin erwarte man ja, dass sie sich stets so verhielten, als wäre es "ihr" Unternehmen.

Geduld bei der Personalsuche

Bei der Suche nach neuen Angestellten ist Qualität wichtiger als Geschwindigkeit, so Bock. Selbst dann, wenn eine vakante Stelle dringend nachbesetzt werden muss. Denn schlechte Mitarbeiter würden oft auch andere nach unten ziehen und seien daher "giftig" für einen Betrieb. Selbst wenn durch die längere Suche die anderen Mitarbeiter mehr arbeiten müssen, steige auf lange Sicht jeder besser aus.

Lernen lassen

Auch die besten Angestellten machen Fehler. Es sei aber wichtig, sie daraus lernen zu lassen und nicht auf jeden Fehltritt sofort berufliche Konsequenzen fehlen zu lassen. Andernfalls würden viele Menschen dazu neigen, Verfehlungen wegzuargumentieren, statt sich gegenüber Kritik offen zu zeigen.

Fokus auf die Besten und die Schlechtesten

Es sei wichtig zu wissen, welche Angestellten die beste Leistung erbringen. Dabei geht es nicht nur um Allrounder, sondern auch um Spezialisten, etwa Verkäufer, die besonders erfolgreich bei mittelständischen Kunden sind. Diese Leute sollten als Beispiele und Lehrer für andere dienen. Mit den schlechtesten Mitarbeitern solle man Mitgefühl zeigen. Passt die Personalpolitik, erklärt sich ihre Leistung üblicherweise dadurch, dass sie an der falschen Stelle eingesetzt werden. Ist es nicht möglich, sie in eine neue Rolle finden zu lassen, sei ein schneller Abschied auch für sie besser als verlängertes Leid.

Großzügig sein

Viele Extras, die man für seine Mitarbeiter aushandeln kann, kosten kein Geld. Gastredner brauchen oft nur einen Raum und ein Mikrofon, Essenslieferungen lassen sich über Gegengeschäfte bezahlen. Geldausschüttungen seien dann willkommen, wenn sie wirklich dringend gebraucht werden – etwa bei medizinischen Notfällen oder Nachwuchs. Das Prinzip funktioniere auch bei kleinen Unternehmen.

Ungleich bezahlen

Neunzig Prozent der Werte im Unternehmen werden meist von zehn Prozent der Mitarbeiter geschaffen, erklärt Bock. Daher hätten die besten Mitarbeiter auch ein Recht darauf, besser entlohnt zu werden. Zeigen sich andere darüber verärgert, solle man ehrlich erklären, woher der Unterschied rührt und wie sie selbst mehr verdienen könnten. Gleichzeitig solle man trotzdem die Teamleistung loben, egal ob bei Erfolgen oder beim Lernen aus Fehlern.

Auf die kleinen Dinge achten

Oft sind es unsichtbare Dinge, die den Unterschied machen, weswegen man regelmäßig einen Blick auf die eigene Arbeitsumgebung und sich selbst werfen sollte. Schreibt man E-Mails an Kollegen primär, um Kritik zu üben oder auch, um regelmäßig Lob und gute Nachrichten zu teilen?

Erwartungsmanagement

Es sei wichtig, die Menschen um sich herum über den Stand der Dinge zu informieren. Hin und wieder scheitern Vorhaben und daher müsse stets klar sein, ob man an etwas größerem arbeite oder sich noch in der Experimentierphase befindet, um das Vertrauen zu erhalten.

Das Umfeld verbessern

Es gilt nicht nur, seine Arbeit zu machen, schreibt Bock, sondern auch an einem Umfeld mitzuwirken, in dem man seinen Beruf gerne ausübt. Das haben auch die Google-Chefs Larry Page und Sergey Brin erreicht, mitwirken könne aber jeder, egal wie groß die Firma sei und ob man schon lange dort arbeite oder frisch angestellt wurde. (gpi, 17.10.2015)

  • Googles Personalchef Laszlo Bock hat seine Erfahrungen nun in einem Buch gebündelt.
    foto: google

    Googles Personalchef Laszlo Bock hat seine Erfahrungen nun in einem Buch gebündelt.

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