Promotion - entgeltliche Einschaltung

Drei Versuche den Kapitalismus durch menschliche Notwendigkeit zu ersetzen

7. April 2015, 17:55

Reverend Billy & The Stop Shopping Choir, Claudia Bosse / theatercombinat, Bernhard Hammer

Seit einiger Zeit nimmt der global agierende Biotechnologie- und Saatgutkonzern Monsanto die Rolle des Teufels im aktionistischen Theater des US-amerikanischen Künstlers Reverend Billy ein. Der Erzeuger von Herbiziden und gentechnisch manipuliertem Saatgut steht dabei für ein westliches, kapitalistisches, dualistisches und koloniales Denken, das sowohl ökologisches als auch das Ausbeuten von Menschen repräsentiert. Ein System, welches für Bill Talen alias Rev Billy seit Jahren Zielscheibe seiner gewaltfreien Widerstands-Performances ist, die das altbekannte Ritual der Predigt und des christlichen Gottesdienstes als performatives Setting gebrauchen und umwerten. Die politische Brisanz dieses Theaters, das sich auf amerikanische Art nahtlos in die Tradition von Christoph Schlingensief oder dem Zentrum für politische Schönheit einreiht, besteht vor allem darin, dass hier das theatrale Ritual nicht nur zum Anprangern politischer Missstände dient, sondern vielmehr zum Postulat einer Abkehr von tradierten und durchaus fatalen Gedanken- und Erlebnismodellen westlicher Kultur gerät, zum gedanklichen Labor für ein neues Denken.

Ganz anders und nicht weniger brisant setzt sich die Wiener Theatermacherin Claudia Bosse und ihr theatercombinat mit Ritualen und politischem Denken auseinander. Seit 2011 hat sie weltweit Menschen zu politischen und sozialen Situationen, in denen sie leben, Krisen und Umbrüchen, Religionen und Demokratien, sowie zu Lebensweisen und politischen Alternativen interviewt. Die aufgezeichneten und körperlosen Stimmen werden nun in einer Installation verkörperlicht, in der die PerformerInnen nun für eine zukünftige Gesellschaft trainieren, für eine mögliche Gemeinschaft zwischen Menschen, Dingen und Ideologien, für das ideale Paradies.

Als Paradies kann man den mehr als sieben Tonnen schweren Kubus des Künstlers Bernhard Hammer, der den Innenhof des Minoritenklosters wie ein Meteorit verdunkeln wird, nicht bezeichnen. Vielmehr als Sinnbild für die Ausbildungsorte post-demokratischer Eliten des Spätkapitalismus und ihre nicht undramatischen Auswirkungen auf eine Gesellschaft von Ausgrenzung. Für eine überraschende Wende in der Raum- und Audioinstallation wird gesorgt!



24.04.
Reverend Billy & The Stop Shopping Choir
Monsanto Is The Devil (Österreichische Erstaufführung)

24.04 - 26.04. & 30.4. – 02.05.
Bernhard Hammer
The Upper Classroom (Uraufführung)

25.04. - 26.04. & 30.04. - 02. 05.
Claudia Bosse / theatercombinat
a first step to IDEAL PARADISE (Uraufführung)


donaufestival 2015
24. – 26. April & 30. April – 02. Mai
Krems a.d. Donau/Austria
Mehr Infos: www.donaufestival.at

  • Reverend Billy & The Stop Shopping Choir, Monsanto Is The Devil
    foto: erik mc gregor

    Reverend Billy & The Stop Shopping Choir, Monsanto Is The Devil

  • Claudia Bosse / theatercombinat, a first step to IDEAL PARADISE
    foto: claudia bosse

    Claudia Bosse / theatercombinat, a first step to IDEAL PARADISE

  • Bernhard Hammer, The Upper Classroom
    foto: entw. bernhard hammer/ 3d rendering klaus schuster

    Bernhard Hammer, The Upper Classroom

Share if you care.