Bill Gates – der Milliardär als weltweiter Wohltäter

6. April 2015, 18:12
135 Postings

Vor 40 Jahren wurde Microsoft begründet

Als Gründer einer Firma namens Microsoft vor vierzig Jahren hat man nicht nur Fans. Der Begriff "Windows" öffnet bei jenen Computernutzern, die sich als einige der wenigen so "richtig" mit Software auskennen, die Schimpfwörter-Schleuse. Dass derselbe Mensch damit auch noch ein unvorstellbares Vermögen angehäuft hat, macht ihn in den Augen vieler nicht unbedingt sympathischer.

Und selbst der Umstand, dass der zu den reichsten Männern der Welt zählende Unternehmensgründer die Forbes-Liste der großzügigsten Spender mit bisher mehr als 30 Milliarden Dollar anführt, stößt nicht überall auf Zustimmung. Im Stillen habe sich die private Gates-Stiftung in einen Weltverbesserungskonzern verwandelt, Stichwort Wohltätigkeitskapitalismus, unken Kritiker.

Doch ob man es hören will oder nicht, der 1955 in der Nähe von Seattle als Sohn eines Rechtsanwalts und einer Lehrerin geborene William "Bill" Henry Gates III hat gemeinsam mit seinem zwei Jahre älteren Freund Paul Allen die Revolution angestoßen, die PC-Markt und Computernutzung zu dem machte, wie man es heute kennt - und damit das Leben von Millionen Menschen verändert.

Aktuell wird das Vermögen von Gates auf 78 Milliarden Dollar geschätzt. So viel werden seine Kinder Jennifer (18), Rory (15) und Phoebe (12) nicht erben. Bis zu seinem Tod will er nach eigenen Aussagen 90 bis 95 Prozent seines Gesamtvermögens spenden. Eine exzellente Ausbildung und allumfassende Gesundheitsversorgung sind für ihn zudem der wahre Luxus.

Dass möglichst viele Menschen in diesen Genuss kommen, dafür hat er gemeinsam mit seiner Frau, einer ehemaligen Microsoft-Mitarbeiterin, die Bill & Melinda Gates Foundation ins Leben gerufen. Seit er auf einer Reise mit ihr durch Afrika den "Horror der Armut" mit eigenen Augen gesehen habe, wisse er, "dass die erste Hälfte meines Lebens nur die Vorbereitung auf die bessere zweite war", sagte er einmal in einem Interview. Die weltgrößte private Stiftung kümmert sich vornehmlich um Impfstoffe für die Unterprivilegierten in den ärmsten Ländern der Welt sowie Bildungsprogramme.

Gates' Traum von vor vierzig Jahren, ein Personal Computer in jedem Haushalt, hat sich zumindest in den entwickelten Ländern verwirklicht. Ob seine Vision erreicht wird, dass es in zwanzig Jahren kaum noch arme Länder gibt, wissen wir im Jahr 2035. (Karin Tzschentke, DER STANDARD, 7.4.2015)

  • Software-Stratege und Philanthrop: Bill Gates.
    foto: ap/burke

    Software-Stratege und Philanthrop: Bill Gates.

Share if you care.