Österreicher wegen Anschlags in der Türkei festgenommen

6. April 2015, 17:08
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Soll 1995 an Attentat der türkischen DHKP-C auf Bank in Ankara beteiligt gewesen sein

Venedig/Wien/Ankara – Ein Österreicher ist am Montag von der italienischen Polizei in Mestre festgenommen worden. Die Türkei beschuldigt den Arzt an einem Terroranschlag der Revolutionären Volksbefreiungspartei-Front (DHKP-C) auf eine Bankfiliale in Ankara 1995 beteiligt gewesen zu sein.

Konkret werfen die türkischen Behörden ihm vor, Attentäter für den Anschlag rekrutiert zu haben. Die Polizei in Venedig bestätigte die Festnahme des Arztes am Montag gegenüber der APA. Er war zwar in Italien, nicht aber in Österreich zur Fahndung ausgeschrieben. Deshalb wäre eine Festnahme in Österreich auch nicht möglich gewesen, erklärte ein Sprecher des Außenministeriums am Montag. Der zugrunde liegende Haftbefehl der türkischen Behörden sei bereits 20 Jahre alt.

Der Österreicher hatte die Osterferien gemeinsam mit seiner Frau und seinen Kindern im italienischen Mestre verbracht, wo er am Montag kurz vor seiner Rückreise von der Polizei festgenommen wurde. Der Arzt wurde in ein Gefängnis in Venedig gebracht, er soll an die Türkei ausgeliefert werden. Entgegen erster Informationen aus Italien soll er aktuell nicht in Österreich, sondern in Deutschland leben. Für Dienstag sei eine Anhörung vor einem Richter geplant.

DHKP-C nahm Staatsanwalt als Geisel

Die DHKP-C war zuletzt wieder vermehrt im medialen Rampenlicht gestanden: Am Dienstag hatte die in der Türkei als Terrororganisation eingestufte Gruppe den Istanbuler Staatsanwalt Mehmet Selim Kiraz in ihre Gewalt gebracht. Nach rund achtstündigen Verhandlungen zwischen Tätern und Behörden stürmte die Polizei das Büro und erschoss die beiden Geiselnehmer. Kiraz wurde schwer verletzt und starb wenig später im Krankenhaus.

Nach Angaben des italienischen Innenministers Angelino Alfano glückte die Festnahme dank der besonders strengen Sicherheitsvorkehrungen am Osterwochenende: "Alle Sicherheitskräfte sind im Einsatz, um mögliche Gefahren zu lokalisieren". (APA, 6.4.2015)

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