Russlands Kosmodrom: Streit um Löhne

4. April 2015, 15:18
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Nach einem Streik auf der Großbaustelle sagen die betroffenen Firmen die Lohnzahlung zu, die Arbeiten sind im Verzug

Moskau - Nach einem Hungerstreik auf der Großbaustelle von Russlands neuem Weltraumbahnhof Wostotschny haben die säumigen Firmen eine schnelle Auszahlung der ausstehenden Löhne angekündigt. Das seit Jahresbeginn fehlende Geld liege bereit, teilten Subunternehmen der Agentur Tass zufolge in dem Ort rund 8.000 Kilometer östlich von Moskau mit.

Allerdings wollen die mehr als 100 Fachkräfte erst an den Arbeitsplatz zurückkehren, wenn die Schulden wirklich beglichen sind. Im Dezember soll die erste Rakete von dem Kosmodrom am Amur-Fluss nahe der chinesischen Grenze abheben.

Der russische Regierungschef Dmitri Medwedew forderte seinen Stellvertreter Dmitri Rogosin mit Nachdruck auf, sich persönlich um eine sofortige Beilegung des Skandals zu kümmern. Rogosin kündigte an, an diesem Montag zu einem Treffen mit Arbeitern nach Wostotschny zu reisen. Der für Raumfahrt zuständige Vizeregierungschef drohte betroffenen Unternehmen mit einer "empfindlichen Strafe". Insgesamt stehen Zahlungen von über 14 Millionen Rubel (225.624,50 Euro) aus.

Beim Bau des Kosmodroms gab es weitere Probleme: Eine Prüfung hatte ergeben, dass ein Teil der 2010 begonnenen Arbeiten wegen Schlamperei und Fehlplanung bis zu 120 Tage im Verzug ist. Ein früherer Bauleiter sitzt wegen des Verdachts der Unterschlagung in Haft. Wostotschny gilt als eines der wichtigsten strategischen Projekte Russlands. (APA, 5.4.2014)

  • Eine russische Sojus-Trägerrakete wird im Herbst 2004 zur Startrampe auf dem Kosmodrom im kasachischen Baikonur transportiert.
    foto: ap/vasenin

    Eine russische Sojus-Trägerrakete wird im Herbst 2004 zur Startrampe auf dem Kosmodrom im kasachischen Baikonur transportiert.

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