Weitere Vorwürfe gegen Kremsmünsterer Ex-Pater

4. April 2015, 13:48
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Mutmaßliches Opfer klagt wegen Übergriffen in Kärnten - In der Anstalt des pädophilen Kinderpsychiaters Wurst

Kremsmünster/Steyr/Klagenfurt - Gegen den rechtskräftig wegen sexuellen Missbrauchs zu zwölf Jahren verurteilten Ex-Pater des oö. Stiftes Kremsmünster sind neue Vorwürfe aufgetaucht. Ein mutmaßliches Opfer wirft ihm in der Zeitung "Österreich" (Samstag-Ausgabe) vor, sich in Kärnten - in der Anstalt des pädophilen und wegen Mordes verurteilten, mittlerweile verstorbenen Kinderpsychiaters Franz Wurst - an ihm vergangen zu haben.

"Der Pater hat mich im Alter von sechs in der Anstalt von Dr. Wurst in Klagenfurt sexuell missbraucht. Über ein Jahr lang reiste er aus Kremsmünster zwei- bis dreimal pro Woche nach Kärnten und tat mir Schlimmes an", sagte der Mann im Zeitungs-Interview. Er fordere in einem Zivilverfahren 250.000 Euro, das Verfahren sei beim Landesgericht Steyr anhängig, heißt es in dem Bericht.

Der heute 81-jährige Ex-Pater, der derzeit in Krems-Stein einsitzt, wurde wegen etlicher sexueller und gewalttätiger Übergriffe im Stift verurteilt. Von Taten in Kärnten war bisher offiziell nichts bekannt. Allerdings ergibt sich aus den Ermittlungsakten der Polizei, dass er in Kremsmünster mit Wurst zusammengearbeitet hat. Das bestätigte auch das Kloster.

In der Missbrauchsaffäre, die im Frühling 2010 öffentlich bekannt geworden war, gab es bisher drei Zivilklagen gegen das Stift bzw. den Ex-Pater, für den in der aktuellen Causa die Unschuldsvermutung gilt. Eine Klage hatte angebliche Zusagen des Abtes in Zusammenarbeit mit der Aufarbeitung zum Inhalt, die beiden anderen Schadenersatzforderungen, bei denen es v.a. um die Frage der Verjährung ging. Alle Klagen wurden abgewiesen. Zwei Entscheidungen sind rechtskräftig, eine liegt noch beim OGH. (APA, 4.4.2015)

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