Seltsame Kreatur profitierte von Asteroiden-Katastrophe

Ansichtssache6. April 2015, 21:01
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foto: nick longrich

Überlebende des Einschlags befuhren die Weltmeere

Auch wenn es auf den ersten Blick so aussehen mag: Die obere Aufnahme zeigt nicht etwa einen Xenomorph aus der "Alien"-Filmreihe im Larvenstadium – in Wahrheit handelt es sich um das Skelett einer Wurmschleiche (Amphisbaenia). Die ungewöhnlichen Kreaturen gehören zu den Reptilien, gleichen äußerlich aber viel eher großen Regenwürmern, mit denen sie auch ihre unterirdische Lebensweise gemein haben. Heute kennt man etwa 150 Arten, die in Afrika, Südamerika, in der Karibik, der arabischen Halbinsel und im südwestlichen Mittelmeergebiet beheimatet sind.

Bisher ging man davon aus, dass die Verbreitung über mehrere Erdteile aus einer Zeit stammt, als der Superkontinent Pangaea noch zusammenhing. Ein Irrtum, wie ein internationales Forscherteam nun nachweisen konnte: Die Wissenschafter stellten fest, dass die Wurmschleichen sich erst vor 65 Millionen Jahren auszubreiten begannen, also kurz nach dem globalen Massenaussterben, das vermutlich durch einen Asteroideneinschlag ausgelöst wurde. Die unterirdisch lebenden Reptilien profitierten demnach von der globalen Katastrophe, vor allem weil ihnen dadurch Nahrungskonkurrenten abhanden kamen. Diese Erkenntnis führt allerdings zu einer ungewöhnlichen Schlussfolgerung: Um sich nach dem Auseinanderbrechen von Pangaea weltweit auszubreiten, mussten die Wurmschleichen die Ozean überqueren – vermutlich "segelten" sie auf Treibgut über die Meere, glauben die Forscher.

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