Monte dei Paschi: Untersuchung beendet

3. April 2015, 16:50
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Bankenmanager sollen Verluste von 300 Mio. Euro verheimlicht haben

Rom - Die Mailänder Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen gegen ehemalige Manager der Krisenbank Monte dei Paschi di Siena (MPS) wegen Bilanzfälschung und Kursmanipulation abgeschlossen. Die Manager sollen in der Bilanz des Jahres 2009 Verluste in Höhe von 300 Mio. Euro verheimlicht haben, teilte die Staatsanwaltschaft am Freitag mit.

Zu den angeklagten Managern, gegen die die Mailänder Staatsanwaltschaft jetzt die Eröffnung eines Strafverfahrens beantragen will, zählen Ex-Verwaltungsratchef Giuseppe Mussari, Ex-Generaldirektor Antonio Vigni und Ex-Finanzdirektor Gianluca Baldassarri. Dieser arbeitete von 2001 bis 2012 bei MontePaschi. Er führte die Finanzabteilung, die im Zentrum der Betrugsermittlungen steht, und verließ die Bank kurz nach Amtsantritt des derzeitigen Konzernchefs Fabrizio Viola im Jänner 2012.

Die Behörden ermittelten am Firmensitz in der Toskana wegen riskanter Derivate-Geschäfte, die von den Verantwortlichen verheimlicht worden sein sollen. Monte Paschi wirft der japanischen Bank Nomura vor, sie bei Derivategeschäften über den Tisch gezogen zu haben.

Es geht dabei um die Transaktion "Alexandria", die von Juli bis Oktober 2009 gemeinsam mit Nomura abgewickelt wurde, und die Transaktion "Santorini", an der im Dezember 2008 die Deutsche Bank beteiligt war. Monte Paschi - die älteste Bank der Welt - steckt tief in roten Zahlen und konnte nur dank Staatshilfe in Milliardenhöhe gerettet werden. (APA, 3.4.2015)

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