Harte Fronten bei Immofinanz und CA Immo

4. April 2015, 12:00
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Die CA Immo hat der Immofinanz bereits im Vorjahr erste Avancen gemacht, doch ein Zusammenrücken scheiterte

Wien - Die CA Immo wollte bereits im Vorjahr mit der Immofinanz zusammenrücken: Der Chef und der Aufsichtsratspräsident, Bruno Ettenauer und Wolfgang Ruttenstorfer, haben Immofinanz-Chef Eduard Zehetner im Jänner 2014 kontaktiert, um über eine mögliche Fusion zu sprechen. Der Grund: Die UniCredit, die 16 Prozent an der CA Immo hielt, wolle sich auf Sicht wohl zurückziehen.

Die Immofinanz war zu dieser Zeit mit einem Milliardenzukauf in Deutschland und dem Spin-off der Buwog beschäftigt, es kam dennoch zu einem gegenseitigen Abtasten. Aus dem dann aber nichts wurde, nicht zuletzt, weil man sich nicht über die Frage einigen konnte, wer wen übernehmen sollte.

Designierter Nachfolger

Immerhin ist die Immofinanz mit einem Börsewert von drei Milliarden Euro nahezu doppelt so groß wie die CA Immo mit 1,7 Milliarden Euro. Ende Mai, so berichten Eingeweihte, kam es zu einem neuerlichen Treffen, bei dem seitens CA Immo auch einigermaßen deutlich darauf hingewiesen wurde, dass Ettenauer Zehetner als Chef der Immofinanz nachfolgen sollte. Zum damaligen Zeitpunkt war aber bereits der Nachfolger von Zehetner designiert, allerdings hatte ihn der Aufsichtsrat noch nicht bestellt. Darauf soll es seitens der CA Immo geheißen haben, dann gehe eine Fusion gar nicht.

Mitte 2014 begann dann das Bieterverfahren für den UniCredit-Anteil (16 Prozent), an dem unter anderem auch die Immofinanz teilnahm. Allerdings war ihr damaliges Angebot mit 17 Euro/Aktie deutlich unter jenem des russischen Oligarchen Boris Mints, der über seine Gesellschaft Q 1 18,50 Euro/Aktie bot. Für insgesamt 295 Millionen Euro hat Q 1 mit Sitz auf Zypern das Paket erworben. Q 1 hält mittlerweile 26 Prozent an der CA Immo. Die UniCredit hatte die CA-Immo-Aktien wohl zu 16,50 Euro/Aktie in den Büchern.

Höhere Preis gefordert

Im Spätherbst 2014 wurde Mints schließlich über eine Investmentgesellschaft beim Immofinanz-Aktionär Rudolf Fries vorstellig und frug ihn, ob er verkaufen wolle. Rechtsanwalt Fries hält 6,5 Prozent an der Immofinanz. "Wenn sich der Preis rund um den Substanzwert (Net Asset Value, NAV, damals 4,48 Euro pro Aktie, Anm.) bewegt, dann soll man niemals nie sagen", ließ Fries wissen.

Aktuell liegt das nachgebesserte Angebot der CA Immo bei 2,80 Euro/Aktie. Und zu diesem Preis hat Fries auch jetzt "nicht die Absicht" , sein Aktienpaket zu verkaufen, "besonders nicht zu dem Preis", sagte er jüngst. Aktuell notiert die Aktie bei etwa 2,7 Euro.

Der scheidende Immofinanz-Chef sagte: "Wir wollen uns nicht schleichend übernehmen lassen". Wer die Kontrolle über die Immofinanz haben will, müsse eine Kontrollprämie bezahlen.

Hartes Gefecht

Die CA Immo setzt im Machtkampf mit dem Mitbewerber jedenfalls große Hoffnung in den neuen Firmenchef. Wenn Oliver Schumy im Mai von Zehetner das Ruder übernehme, werde an der Firmenspitze auch Rationalität einkehren, sagte Ettenauer. Dann sei es auch leichter, sich auf eine spätere Fusion der beiden Unternehmen zu einigen. "Wenn Rationalität einkehrt, wenn man Emotionen, persönliche Eitelkeiten und Provokationen weglässt, dann gibt es eine gute Basis für Gespräche", so Ettenauer.

Sollten sich beide finden, dann entstünde ein Konzern mit einem Immobilienvermögen von mehr als zehn Mrd. Euro. Beide besitzen Bürohäuser und Einkaufszentren in Osteuropa, Deutschland und Österreich. Unklar ist jedoch nach wie vor, wer dabei wen übernimmt. (Claudia Ruff, DER STANDARD, 4.4.2015)

  • Für Immofinanz-Chef Eduard Zehetner ist der von CA Immo gebotene Preis von 2,80 Euro je Aktie zu gering.
    apa/hans punz

    Für Immofinanz-Chef Eduard Zehetner ist der von CA Immo gebotene Preis von 2,80 Euro je Aktie zu gering.

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