Taifun bedroht Philippinen: Sturmfluten, Erdrutsche erwartet

4. April 2015, 11:21
9 Postings

Behörden in Alarmbereitschaft: "Maysak" schwächte sich vor Küste ab, könnte aber trotzdem Katastrophen auslösen

Manila - Der Taifun "Maysak" bedroht am Osterwochenende die Philippinen. Obwohl sich der Sturm leicht abgeschwächt hatte, rief die Wetterbehörde des südostasiatischen Inselstaats am Samstag eine Sturmwarnung für 24 Provinzen aus. Die philippinischen Behörden haben sich am Freitag auf die Evakuierung Tausender Menschen vorbereitet.

Der Taifun hat auf seinem Weg durch den Westpazifik auf den Inseln Mikronesiens schon fünf Menschen in den Tod gerissen und schwere Verwüstungen angerichtet.

Das Unwetter könne auch auf den Philippinen Überschwemmungen, Erdrutsche und vor allem Sturmfluten auslösen, wenn es am Sonntag Land erreicht, warnte der Katastrophenschutz. "Die Lokalbehörden und die Polizei sind bereit, um die Menschen in Sicherheit zu bringen, wenn es nötig sein sollte", sagte der Staatssekretär im Innenministerium, Austere Panadero. Nach Angaben des Wetterbüros wirbelte "Maysak" mit Spitzenböen von rund 150 Kilometern in der Stunde. Zwei Tage vorher waren es noch 250 Kilometer gewesen.

Hauptreisezeit

Die Provinzen Aurora und Isabela waren am stärksten gefährdet. Dort leben in Küstenorten knapp 200.000 Menschen. 24.000 Personen wurden in Aurora bereits aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen. "Die Bewohner von Küstendörfern sollen ihre Häuser verlassen", sagte ein ranghoher Zivilschutzmitarbeiter am Samstag der Nachrichtenagentur AFP.

Es befinden sich auch zahlreiche Ferienanlagen an den Stränden, die vor allem einheimische Gäste haben. Ostern ist Hauptreisezeit auf den katholischen Philippinen. Hunderttausende verbringen das Fest bei Verwandten in der Provinz oder mit ihren Familien in Hotels.

"Alle Hotels und Pensionen sollten ihre Gäste auffordern, am Freitag abzureisen, niemand sollte Samstag mehr in der Stadt sein", meinte der Bürgermeister von Baler, Nelianto Bihasa. Weiter nördlich wurden Evakuierungszentren für die Einwohner von vier besonders gefährdeten Küstenorten eingerichtet. "Wir haben Erste-Hilfe-Pakete bereitgestellt", sagte der Gouverneur von Isabela, Faustino Dy.

"Wir müssen uns in tief liegenden Gebieten auf Überschwemmungen und an den Hängen auf Erdrutsche einstellen", sagte Meteorologin Esperanza Cayanan. "Für die Schifffahrt wird die aufgepeitschte See gefährlich." Entlang der Küste zieht sich die Gebirgskette Sierra Madre. Der Taifun dürfte dort an Kraft verlieren, glauben Experten. (APA, 4.4.2015)

  • Die prognostizierte Bahn des Taifuns.
    grafik: apa

    Die prognostizierte Bahn des Taifuns.

  • Der Taifun schwächte sich am Freitag vor der Küste weiter ab.
    foto: apa/epa/goddard modis rapid resp

    Der Taifun schwächte sich am Freitag vor der Küste weiter ab.

Share if you care.