Nach Explosion auf Ölplattform vor Mexiko: Drei Vermisste

3. April 2015, 15:09
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Fehlen der drei Arbeiter bei Zählung bemerkt - bisher mindestens vier Tote und 45 Verletzte - Rohöl sei nicht ins Meer geflossen

Mexiko-Stadt - Nach einer Explosion auf einer Ölplattform im Golf von Mexiko wurden am Freitag noch drei Arbeiter vermisst. Auf der Bohrinsel "Abkatun Permanente" war am Mittwoch aus bisher nicht geklärten Gründen ein Feuer ausgebrochen. Mindestens vier Menschen kamen nach Behördenangaben vor der Südostküste Mexikos ums Leben, 45 wurden verletzt.

Wie der mexikanische Betreiberkonzern Pemex mitteilte, wurden insgesamt etwa 300 Mitarbeiter von der Bohrinsel in Sicherheit gebracht. Bei einer Zählung wurde allerdings festgestellt, dass drei Arbeiter noch vermisst würden. Überlebende berichteten, dass manche Arbeiter aus Angst vor den Flammen ins Meer gesprungen seien.

Kein Rohöl ins Meer geflossen

Nach Angaben des Staatskonzerns floss bei dem Unglück kein Rohöl ins Meer. Spezialschiffe arbeiteten daran, andere ausgelaufene Stoffe aufzufangen, sagte Pemex-Chef Emilio Lozoya. Das Feuer sei am Mittwochabend (Ortszeit) gelöscht worden, schrieb die Firma auf ihrem Twitter-Account und dementierte Medienberichte, wonach die Flammen die Bohrinsel zum Einsturz gebracht hätten. Das Feuer auf der Plattform werde nur minimale Auswirkungen auf die Produktion des Konzerns haben, da dort vor allem Öl verarbeitet wurde, sagte Lozoya.

Die Ursachen des Unglücks in der Bucht von Campeche im Süden des Golfs von Mexiko waren zunächst unklar. Nach ersten Erkenntnissen war das Feuer bei den Pump- und Entwässerungsanlagen der Plattform ausgebrochen. Mexikos Präsident Enrique Pena Nieto ordnete eine Untersuchung an. Experten der Staatsanwaltschaft und der für Sicherheit und Umweltschutz in der Ölindustrie zuständigen Behörden sind laut Pemex mit den Untersuchungen beauftragt.

Ende der Ölförderung auf See gefordert

Die Umweltorganisation Greenpeace forderte ein Ende der Ölförderung auf See. Die Explosion zeige erneut, wie gefährlich solche Arbeiten seien. "Fünf Jahre nach dem schweren Unfall der "Deepwater Horizon" muss man leider feststellen, dass Unfälle nicht auszuschließen sind und jederzeit passieren können", schrieb Greenpeace.

Elf Arbeiter waren 2010 bei einer Explosion auf der Bohrinsel "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko gestorben. Das Unglück löste die bisher schwerste Ölpest in der Geschichte der USA aus. (APA, 3.4.2015)

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    foto: apa/epa/pemex
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