Der Dieb, der sich wegen drei Euro stellte

8. April 2015, 11:06
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Nach einem Ladendiebstahl in Wien konnte einer der drei Täter entkommen. Nur um später zur Polizei zu spazieren um seinen Anteil der Beute zu verlangen

Wien - Nicht jeder Verbrecher ist ein kriminelles Genie wie Professor Moriarty, der Antagonist von Sherlock Holmes, oder Keyser Söze aus "Die üblichen Verdächtigen". Ganz im Gegenteil gibt es böse Menschen, die so einfältig sind, dass sie es deshalb in die Medien schaffen.

Dieser Tage stahlen drei Männer in einem Supermarkt in der Gudrunstaße in Wien-Favoriten Alkoholika und Hygieneprodukte, meldete die Polizei. Ein Detektiv beobachtete das Trio, erwischte sie aber nicht mehr und alarmierte die Exekutive. Die gegen 10.30 Uhr im Zuge einer Streife zwei der drei Männer festnehmen konnte.

Beide waren bereits um diese Uhrzeit alkoholmäßig ziemlich bedient und konnten in der Polizeiinspektion Van-der-Nüll-Gasse kaum einvernommen werden. Dennoch verbesserte sich die Aufklärungsquote der Polizei: Der dritte Mann kam, um seinen Beuteanteil zu verlangen.

"I bin jetzt do", sagte er laut Polizeisprecher Paul Eidenberger, nachdem der Verdächtige ebenso betrunken in das Wachzimmer gewankt war. Um anschließend Geld zu fordern - den Erlös aus dem Verkauf von zehn Shampoo-Flaschen nämlich.

Wenig überraschend wurde er festgenommen. Wegen 3,33 Euro - denn die Flaschen wurden von seinen Komplizen um zehn Euro losgeschlagen. (Michael Möseneder, derStandard.at, 8.4.2015)

  • Zehn Flaschen Haarwaschmittel brachten einen Mann dazu, sich der Polizei zu stellen.
    foto: epa/justin lane

    Zehn Flaschen Haarwaschmittel brachten einen Mann dazu, sich der Polizei zu stellen.

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