"Vize" gegen Meister, und doch kein Spitzenspiel

3. April 2015, 15:25
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Dortmund empfängt die Bayern zum Bundesliga-Schlager. Während den Münchnern der Titel nicht mehr zu nehmen ist, geht es für den BVB im Saisonfinish um kleinere Brötchen

Dortmund/Wien - Seit dem Champons-League-Finale 2013 sind Dortmund und die Bayern acht Mal aufeinander getroffen, die Bilanz ist ziemlich ausgeglichen: vier Duelle entschieden die Münchner für sich, drei der BVB. Am Samstag (18.30 Uhr/Sky) nun, kreuzen jene Klubs, die der deutschen Bundesliga in den letzten Jahren ihren Stempel aufgedrückt haben, erneut die Klingen.

Pep Guardiola, der Trainer des überlegenen Tabellenführers, rief vor dem Schlager die Finalwochen der Saison aus. "Wir sind jetzt im April, und der April entscheidet alles. Jetzt ist jedes Spiel ein Finale", sagte der Spanier mit Blick auf sieben Pflichtspiele in den kommenden 21 Tagen. Der Rekordmeister ist drei Titeln auf der Spur, neben der Meisterschaft gilt das auch für Cup und Champions League.

"Ja", betonte Guardiola, dies sei die schwierigste Phase, seit er in München arbeite. Die schmerzlichen Ausfälle von Arjen Robben (Bauchmuskelriss) und David Alaba (Innenbandriss im linken Knie), die bestenfalls kurz vor dem Saisonende zurückkommen werden, dazu Franck Ribéry, der wegen einer Stauchung am Sprunggelenk auch schon deutlich länger fehlt als vermutet und ein Holger Badstuber (muskuläre Probleme an der Hüfte), der vermutlich ebenfalls ausfallen wird: das macht das Erreichen der hochgesteckten Ziele nicht leichter. Grund genug für einen Appell Guardiolas: "Die Spieler müssen verstehen, dass wir jetzt mehr, mehr, mehr von ihnen brauchen."

Die Dortmunder beschäftigen sich mit den Sorgen des FC Bayern aber nicht weiter, denn sie haben selbst genug davon. Nicht zur Verfügung stehen am Samstag Lukasz Piszczek (Teilriss der Syndesmose), Oliver Kirch (Sehnenzerrung Knie) und Nuri Sahin (Sehnenansatzreizung Adduktoren). Immerhin meldeten sich die beiden langzeitverletzten Weltmeister Kevin Großkreutz und Erik Durm wieder einsatzbereit.

Noch nicht klar ist, ob Durm eine Option für die vakante Position auf den Außenverteidiger-Positionen ist. "Er ist nicht in der Verfassung, die man als absolute Topverfassung bezeichnen kann, das ist logisch. Aber er ist gesund, hat trainiert und steht wieder zur Verfügung", so Trainer Jürgen Klopp.

Seine Mannschaft, nach einer Trendwende in der Rückrunde auf Platz zehn liegend, hat plötzlich wieder Kontakt zu den internationalen Rängen. "Wir haben eine extrem schlechte Vorrunde gespielt und sind dabei, das zu revidieren", sagte Sportdirektor Michael Zorc. Deshalb, forderte Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang, "sollte unser Blick Richtung Europa League gehen. Dafür müssen wir gegen die Bayern gewinnen."

Mario Götze rechnet bei seiner Rückkehr nach Dortmund erneut mit einem Pfeifkonzert der BVB-Fans. "Das kenne ich ja schon, und es macht mir nicht wirklich etwas aus", sagte der 22-Jährige am Freitag. Götze hatte insgesamt zwölf Jahre für den BVB gespielt und war 2013 für die festgeschriebene Ablösesumme von 37 Millionen Euro zu den Bayern gewechselt.

Trotzdem freut er sich auf das Duell. Für beide Mannschaften geht es um viel. Wir werden alles reinwerfen, richtig Gas geben", sagte Götze: "Kleinigkeiten werden dieses Spiel entscheiden." (sid/red - 3.4. 2015)

Mögliche Aufstellungen:

Dortmund: Weidenfeller - Sokratis, Subotic, Hummels, Durm - Gündogan, Bender - Kampl, Kagawa, Reus - Aubameyang. - Trainer: Klopp

München: Neuer - Rafinha, Benatia, Boateng, Bernat - Lahm, Alonso, Schweinsteiger - Müller, Götze - Lewandowski. - Trainer: Guardiola

Die letzten Matches:

1. November 2014: Bayern - Dortmund 2:1 (BL)

13. August 2014: Dortmund - Bayern 2:0 (Supercup)

17. Mai 2014: Dortmund - Bayern 0:2 n.V. (Pokalfinale)

12. April 2014: Bayern - Dortmund 0:3 (BL)

23. November 2013: Dortmund - Bayern 0:3 (BL)

27. Juli 2013: Dortmund - Bayern 4:2 (Supercup)

25. Mai 2013: Dortmund - Bayern 1:2 (CL-Finale)

  • In München war die Begegnung zumindest dem Ergebnis nach eng. Arjen Robben entschied die Partie erst in der 85. Minute mit einem Elfmeter zum 2:1 zugunsten der Bayern. Der Niederländer fehlt am Samstag allerdings wegen einer Verletzung.
    foto: apa/epa/gebert

    In München war die Begegnung zumindest dem Ergebnis nach eng. Arjen Robben entschied die Partie erst in der 85. Minute mit einem Elfmeter zum 2:1 zugunsten der Bayern. Der Niederländer fehlt am Samstag allerdings wegen einer Verletzung.

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