Ein Drittel aller Süßwassergarnelen-Arten gefährdet

3. April 2015, 11:57
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Verschmutzung der Lebensräume durch Landwirtschaft und Städte als größte Gefahr identifiziert

Wien/Rum - Süßwasser-Garnelen sind weltweit immer mehr bedroht. Rund ein Drittel der Shrimp-Arten sind aktuell mehr oder weniger gefährdet, berichtete ein internationales Forscherteam mit österreichischer Beteiligung. Das sei nicht nur für die Krebstiere kritisch, sondern zeige auch, wie es um die Süßwasser-Lebensräume steht, erklären sie in der Fachzeitschrift "PLOS one".

Obwohl sie weniger als ein Prozent der Erdoberfläche bedecken, beherbergen Süßwasser-Lebensräume etwa zehn Prozente der Artenvielfalt, so die Forscher. Doch seit dem Anfang des 20. Jahrhunderts sind 71 Prozent der Feuchtgebiete verloren gegangen. Als Folge konnte seit 1970 ein Rückgang von 76 Prozent bei Süßwasser-Arten beobachtet werden.

Umweltverschmutzung als Hauptfaktor

Von insgesamt 763 Shrimp-Arten konnten für 481 Daten erhoben werden. Zum Zeitpunkt der Untersuchung (2011) waren davon nach den Maßstäben der Weltnaturschutzunion (IUCN) zwei Arten bereits ausgestorben, 21 Arten vom Aussterben bedroht, 112 stark oder "normal" gefährdet, sowie 17 Arten potenziell gefährdet, berichteten die Forscher. Am meisten setzen den Krebstieren die Verschmutzung ihrer Lebensräume durch Landwirtschaft und Städte zu. Aber auch invasive Arten, Dämme, der Bergbau und der Klimawandel machen ihnen das Leben schwer.

Süßwasser-Shrimps sind auch für die Menschen direkt bedeutend, und zwar vor allem in den Tropen und Subtropen, wo sie als Nahrungsmittel gefangen und gezüchtet werden. Weltweit landen 440.000 Tonnen Shrimps pro Jahr auf den Tellern, und sie werden auch immer mehr in Aquarien gehalten, so die Forscher.

Österreichs Garnele kommt aus dem Süden

Österreichs einzige Shrimp-Art ist in der Donau zu finden, sagte Werner Klotz, der als privat forschender Experte aus Rum (Tirol) an der Studie teilgenommen hatte. Atyaephyra desmaresti war ursprünglich nur im Mittelmeergebiet heimisch und ist im 19. Jahrhundert bis zum Rheins vorgedrungen, von wo aus sie sich nach Ostdeutschland und Österreich verbreitet hat. Sie zählt nicht zu den gefährdeten Arten. (APA/red, derStandard.at, 3.4.2015)

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