Anonymous: Hacker drohen Israel mit "elektronischem Holocaust"

3. April 2015, 08:45
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Teile des Kollektivs fahren antisemitische Kampagne - israelische Armee kündigt Gegenmaßnahmen an

Eine Gruppe, die sich dem Hackerkollektiv Anonymous zuordnet, hat schwere Drohungen gegen Israel ausgesprochen: Am 7. April werde man einen "elektronischen Holocaust" starten, um "Verbrechen gegen Palästinenser" zu rächen. In antisemitischer Wortwahl und nationalsozialistischer Symbolik richten sich die Hacker in einem Video auf Englisch und mit arabischen Untertiteln gegen die "törichten zionistischen Instanzen", wie die Zeitung Haaretz berichtet.

DDoS-Attacken und Kreditkartenklau

Bereits in den vergangenen zwei Jahren hatten Hacker am 7. April Kampagnen gegen israelische Behörden, Unternehmen, aber auch Privatpersonen gestartet. Die Attacken fallen mit dem offiziellen Holocaust-Gedenktag in Israel, dem Yom HaShoah am 16. April, zusammen. Anonymous droht, Server mit DDoS-Attacken lahmzulegen und Kreditkartendaten zu hacken, um damit Spenden an palästinensische Organisationen durchzuführen.

Grabenkämpfe

Dabei ist unklar, auf wie viel Unterstützung die Aktionen in der Anonymous-Gemeinde trifft. Bei dem Kollektiv handelt es sich um keine strukturierte Organisation, sondern eine lose Assoziation, zu der sich jeder bekennen kann. Mehrere Berichte hatten in den vergangenen Wochen von Grabenkämpfen innerhalb Anonymous gesprochen. So sollen Anhänger aus den USA vom Rest des Kollektivs zusehends skeptisch gesehen werden und stark an Einfluss verlieren.

Israelische Armee vorbereitet

Die israelische Armee hat jedenfalls schon Gegenmaßnahmen angekündigt. Cybersoldaten sollen mit der "OPIsraelRetaliate" einzelne Anonymous-Anhänger identifizieren. Bereits in den vergangenen Jahren hatte die israelische Armee laut Heise Bilder von Anonymous-Angreifern gesammelt und publiziert. "Ganz im Stil von Anonymous auf Pastebin", wie heise anmerkt. (fsc, 3.4.2015)

  • Die Kampagne dürfte nicht bei allen Anonymous-Anhängern auf Unterstützung stoßen
    foto: reuters/ruvic

    Die Kampagne dürfte nicht bei allen Anonymous-Anhängern auf Unterstützung stoßen

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