"Vorstadtweiber": Strache blitzt bei Medienbehörde ab

3. April 2015, 08:08
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KommAustria: Der Untertitel behauptete nicht, der FPÖ-Chef sei "schwul"

Wien - Die Medienbehörde KommAustria hat eine Beschwerde von FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache gegen den ORF abgewiesen. Strache hatte die Behörde wegen der Serie "Vorstadtweiber" angerufen, weil er sich in einer Passage als homosexuell bezeichnet sah. Die KommAustria kam nun zu dem Schluss, dass eine solche Behauptung gar nicht aufgestellt wurde.

In der untertitelten Version für Hörbehinderte hatte Mitte Februar eine Dialogpassage für Aufregung gesorgt: "In Deutschland der Westerwelle oder dieser Berliner Bürgermeister. Oder bei uns der Strache. Die sind doch alle schwul und stehen dazu. - Der Strache? - Nein, den mein ich gar nicht. Der Kärntner da. - Da kommen einige in Frage." Die Freiheitlichen liefen deshalb gegen die "Vorstadtweiber" Sturm und warfen dem ORF eine "Vorwahl-Diffamierungskampagne" gegen die FPÖ vor.

Nicht näher bezeichneter Kärntner

Die FPÖ reichte gegen Sender Beschwerde bei der KommAustria ein. Diese kam nun zu einem recht eindeutigen Ergebnis: "Wortlaut und Abfolge des Dialogs lassen in ihrer Gesamtheit keinerlei Zweifel daran offen, dass sich die Behauptung einer möglichen homosexuellen Lebensweise gerade nicht auf den Beschwerdeführer bezieht, sondern auf einen - nicht näher bezeichneten - Kärntner", heißt es im Bescheid.

"Im Kontext des Vergleichs mit ausländischen, bekennend homosexuellen Politikern bleibt daher aus Sicht des durchschnittlichen Zusehers allenfalls im Raum stehen, dass ein Kärntner Politiker homosexuell sei und dass dieser vom männlichen Protagonisten mit dem Beschwerdeführer verwechselt wurde."

Aus dem Zusammenhang gerissen

Die Behauptung, dass Strache selbst homosexuell sei, lasse sich dem Dialog nur bei isolierter Betrachtung eines einzelnen und zugleich aus dem unmittelbar folgenden Zusammenhang gerissenen Satzes unterstellen, was aber "nicht Maßstab der Beurteilung sein kann", urteilt die KommAustria. Straches Kritik scheitere damit schon auf der Ebene des Sachverhalts.

Die Medienbehörde hat die Beschwerde deshalb als offensichtlich unbegründet ohne weiteres Verfahren zurückgewiesen. Der FPÖ-Obmann kann gegen die Entscheidung noch Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht erheben. (APA, 3.4.2015)

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