Jemen: UNO spricht von 500 Toten in zwei Wochen

3. April 2015, 12:10
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Die UN-Nothilfekoordinatorin befürchtet seit dem Militäreinsatz 1.700 Verletzte, Zehntausende sind auf der Flucht

New York - Seit dem Beginn des Militäreinsatzes im Jemen vor zwei Wochen sind nach Angaben der UNO bereits mehr als 500 Menschen getötet worden. Nothilfekoordinatorin Valerie Amos sagte am Donnerstag, es gebe bereits 519 Todesopfer und rund 1.700 Verletzte durch Kämpfe und Angriffe im Jemen. Besonders besorgt zeigte sie sich wegen der Gefährdung der Zivilbevölkerung.

Die Konfliktparteien müssten alles dafür tun, damit Krankenhäuser, Schulen, Flüchtlingslager und die zivile Infrastruktur nicht zu Angriffszielen werden, sagte Amos. Zudem dürften diese Einrichtungen nicht für militärische Zwecke missbraucht werden. Zehntausende Menschen hätten wegen der Kämpfe bereits ihre Häuser verlassen müssen.

Huthi-Rebellen ziehen sich aus Präsidentenpalast zurück

Unter dem Druck der von Saudi-Arabien geführten sunnitischen Militärallianz haben sich die schiitischen Huthi-Rebellen nach Angaben eines lokalen Verantwortlichen wieder aus dem Präsidentensitz in der Hafenstadt Aden zurückgezogen. "Die Huthi-Miliz und ihre Verbündeten sind vor dem Morgengrauen aus dem Präsidentensitz abgezogen", sagte der Mann, der nicht genannt werden wollte, am Freitag.

Erst am Donnerstag hatten die Rebellen den Sitz des vor einer Woche nach Saudi-Arabien geflüchteten Präsidenten Abd-Rabbu Mansour Hadi gestürmt. In der Nacht griff dann die Militärallianz die Rebellen mit Luftangriffen, woraufhin offenbar der Rückzug erfolgte.

Hadi flieht nach Riad

Hadi hatte im Februar zunächst in Aden Zuflucht gesucht, nachdem die angeblich vom Iran unterstützten Huthis die Hauptstadt Sanaa erobert hatten. Am 26. März setzte er sich dann in die saudi-arabische Hauptstadt Riad ab. Am selben Tag startete die Militärallianz tägliche Luftangriffe auf Huthi-Stellungen.

China bringt Ausländer in Sicherheit

Die chinesische Marine hat 225 Ausländer aus dem Jemen in Sicherheit gebracht. Diese seien am Donnerstagnachmittag von Aden aus mit einem Schiff in die ostafrikanische Republik Dschibuti transportiert worden, teilte das chinesische Außenministerium auf seiner Internetseite mit. Die Aktion sei "sehr riskant" gewesen, hieß es in Diplomatenkreisen.

"Das chinesische Schiff war zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle", sagte ein Diplomat. Nach Angaben einer Außenamtssprecherin war es das erste Mal überhaupt, dass China Ausländer aus einer Gefahrenzone geholt hat.

Die Personen sollen vor allem aus Pakistan stammen. Aber auch Staatsbürger aus Äthiopien, Singapur, Italien, Polen, Irland, Großbritannien und Deutschland sowie auch aus Jemen selbst sollen an Bord geholt worden sein. (APA, 3.4.2015)

  • Die Menschen fliehen zu Tausenden.
    foto: ap/hani mohammed

    Die Menschen fliehen zu Tausenden.

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