Al-Shabaab droht Kenia mit weiteren Anschlägen

3. April 2015, 15:25
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Nach dem Angriff auf einen Uni-Campus will die Miliz ihre Angriffe fortsetzen, solange Kenia seine Streitkräfte nicht aus Somalia abzieht

Mogadischu - Nach dem Angriff auf eine Universität in Kenia mit 147 Toten hat die somalische Islamistenmiliz Al-Shabaab dem Nachbarland Kenia mit weiteren schweren Anschlägen gedroht. "Kenia, du wirst weitere tödliche Angriffe erleben", sagte ein Sprecher der Gruppe am Freitag im der Miliz nahestehenden Radiosender Andalus.

Bereits am Donnerstag hatte sich Al-Shabaab zu dem Anschlag bekannt. Ein ranghoher Sprecher der Gruppe sagte, es habe sich um eine "heilige Operation" gehandelt.

Großfahndung eingeleitet

Als Drahtzieher der Attacke gilt ein in Kenia geborener Extremist, der im vergangenen Jahr bereits an den Anschlägen auf Zivilisten im Bezirk Mandera im Nordosten Kenias beteiligt gewesen sein soll. Dabei waren 60 Menschen ums Leben gekommen. Die Polizei leitete eine Großfahndung nach Mohamed Kuno ein, der als einer der obersten Kommandanten der Al-Shabaab gilt.

Forderung nach Abzug aus Somalia

Die Islamistenmiliz fordert den Abzug kenianischer Streitkräfte aus Somalia. "Es wird keinen sicheren Ort für Kenianer geben, solange das Land Truppen in Somalia hat", erklärte Sheikh Ali Mohamoud Rage.

Die Forderungen der Islamisten, die Soldaten abzuziehen, seien ignoriert worden. Deshalb habe die Gruppe die Universität von Garissa angegriffen. "Es wurden viele christliche Studenten, Polizisten und Wachleute getötet und viele weitere verletzt", sagte Rage. Zahlreiche muslimische Studenten seien hingegen freigelassen worden.

USA und UN verurteilen Angriff

Die USA und UN-Generalsekretär Ban Ki-moon verurteilten den Angriff scharf. Den Angehörigen der Opfer sprach Ban laut einer am Donnerstag von den Vereinten Nationen verbreiteter Mitteilung sein Beileid aus.

Außerdem forderte Ban, dass die Verantwortlichen für die Attacke zur Rechenschaft gezogen werden müssen. US-Außenminister John Kerry erklärte, die USA stünden hinter der Regierung und dem kenianischen Volk in ihren Bemühungen, die Geißel des Terrorismus auszulöschen. Alle Länder und alle Teile der Gesellschaft müssten im Kampf gegen den gewalttätigen Extremismus zusammenstehen.

Terroristen stürmen Campus

Bei dem blutigsten Angriff somalischer Islamisten auf kenianischem Boden stürmten schwerbewaffnete Männer am frühen Donnerstagmorgen die Universität in Garissa im Südosten des Landes und richteten ein Massaker unter den Studenten an. Anschließend verschanzten sie sich mit zahlreichen Geiseln in einem Wohnheim auf dem Campus. Erst viele Stunden später gelang es Sicherheitskräften, das Drama zu beenden.

Unter den Opfern waren nach Angaben des kenianischen Innenministeriums auch die vier Täter. Mindestens 79 Menschen wurden verletzt, 587 Studenten konnten gerettet werden.

EU will Kenia unterstützen

Nach dem von der somalischen Islamistenmiliz Al-Shabaab verübten Terrorangriff auf eine Universität in Kenia mit fast 150 Toten hat die EU dem Land Unterstützung zugesagt. "Die Solidarität der EU ist zu diesem Zeitpunkt versichert, und wir werden daran arbeiten, unsere Unterstützung für Kenias Anti-Terror-Bemühungen zu verstärken", sagte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini am Freitag.

Mogherini verurteilte den Terroranschlag. Die Terroristen hätten mit dem Angriff auf die Studenten ihre Entschlossenheit gezeigt, Bildung zu untergraben, eine Spaltung zwischen verschiedenen Glaubensrichtungen zu provozieren, und dem Land eine Zukunft von wirtschaftlichem und kulturellem Wachstum, Stabilität und Würde für alle Bürger zu berauben", sagte sie. (APA, 3.4.2015)

  • Den Sicherheitskräften gelang es erst nach vielen Stunden, das Drama zu beenden.
    foto: apa/epa/dai kurokawa

    Den Sicherheitskräften gelang es erst nach vielen Stunden, das Drama zu beenden.

  • Eine Geisel wird in Sicherheit gebracht.
    foto: apa/epa/kurokawa

    Eine Geisel wird in Sicherheit gebracht.

  • Nicht alle Studenten konnten vom Gelände flüchten.
    foto: ap

    Nicht alle Studenten konnten vom Gelände flüchten.

  • Artikelbild
    quelle. apa
  • Kenianer spenden Blut für die Verletzten.
    foto: ap

    Kenianer spenden Blut für die Verletzten.

  • Polizeieinheiten im Einsatz.
    foto: apa/epa/kurokawa

    Polizeieinheiten im Einsatz.

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